Tag: Ich

Es waren einmal zwei kleine Marienkäfer, Lina und Pünktchen, die beschlossen, die große, weite Welt zu entdecken. Gleich früh am Morgen, als die Sonne ihre ersten goldenen Strahlen über das Feld schickte, nahmen sie sich an den winzigen Händchen und machten sich auf den Weg.
Sie stolperten über Grashalme, die höher waren als Türme, und krochen durch Blütenkelche, die wie bunte Zelte dufteten. Einmal ließen sie sich von einem Windhauch ein Stückchen tragen, so als hätten sie heimlich Flügel aus Träumen.
"Schau mal, wie die Ameisen eilig laufen!", rief Lina. "Und wie der Schmetterling tanzt!", lachte Pünktchen. Doch egal, was sie sahen, sie hielten sich immer fest, damit keiner verloren ging.
Sie sangen kleine Käferlieder, machten Pausen auf Gänseblümchen und stellten sich vor, sie seien große Abenteurer auf Wanderschaft. Alles war neu, alles war spannend, und selbst die kleinste Pusteblume konnte für sie ein Schloss sein.
Als die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwand, fanden Lina und Pünktchen ein großes Blatt, breit wie ein grünes Bett. Sie kuschelten sich nebeneinander, schlossen die Augen und flüsterten: "Morgen ziehen wir weiter – und entdecken wieder die Wunder des Feldes."
Und so schliefen sie ein, Hand in Hand, mitten im Abenteuer.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 08.09.2025, 10.09 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL


Anne Seltmann 06.09.2025, 06.32 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL


Anne Seltmann 05.09.2025, 17.35 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL



Anne Seltmann 05.09.2025, 06.17 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL


Anne Seltmann 05.09.2025, 05.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

1. Worauf hast du zuletzt schweren Herzens mit Nein geantwortet?
Das weiß ich gar nicht mal.
2. Wie kannst du es dir selbst leichter machen?
Ich lasse Ballast los – in meinen Räumen, in meinen Gedanken, in meinem Herzen. Ich schenke mir Zeit.
3. Worum weinst du insgeheim?
An manchen Tagen immer noch um meinen erstgeborenen Sohn (Jahrgang1977), der es 10 Tage nach der Geburt nicht geschafft hat zu bleiben.
4. Hast du jemals einen Liebesbrief geschrieben?
Oh ja, unzählige! Alle für meinen Lieblingsmensch.
5. Hast du jemals einen Liebesbrief erhalten?
Ebenso unzählige von meinem Lieblingsmensch.
6. Spendest du regelmässig für einen guten Zweck?
Ja!
7. In wie vielen Weltstädten bist du gewesen?
Paris, Barcelona, Stockholm, Kopenhagen, Oslo, Helsinki
8. Welchen Modetrend von früher findest du heute lächerlich?
Plateau-Schuhe.
9. Ist deine Grundeinstellung positiv?
Ja, definitiv!
10.Wie reicht wärst du gern?
Wie definiert man Reichtum?
Wenn es Liebe ist, dann bin ich sehr reich.
Wenn es um Geld geht, dann
möchte ich so reich sein, dass ich immer beruhigt meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Mehr brauche ich nicht.
Anne Seltmann 31.08.2025, 18.43 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Neulich in meinem Lieblingsgartencenter trat ich durch die Tür und sofort schlug mir ein Duft entgegen, als hätte jemand Sommer und Herbst in einen Atemzug gelegt. Ich blieb stehen, denn vor mir schimmerte ein Blütenmeer, das nicht von dieser Welt zu sein schien.
Die Rosen reckten ihre Hälse, als wollten sie mir zuwinken. Eine besonders stolze, tiefrote Rose flüsterte: „Sieh her, wir sind die Erinnerung an jedes Herzklopfen, das du je gespürt hast.“ Die zarten Roséfarben daneben kicherten, als wollten sie Geheimnisse weiterreichen, die nur zwischen Blütenblättern sicher aufgehoben sind.
Die Dahlien wirkten wie launige Tänzerinnen. „Wir sind das Feuerwerk des Gartens“, rief eine rote, während ihre Blütenblätter wie kleine Flammen leuchteten. „Wenn du uns ansiehst, musst du lachen, auch wenn der Himmel grau ist.“
Und dann die Chrysanthemen, unzählige kleine in hellem Rot. Sie summten miteinander wie ein Chor: „Wir sind die Wächterinnen des Übergangs, wir tragen dich vom Sommer in den Herbst, ohne dass du es merkst.“
Ich blieb mitten zwischen ihnen stehen, lauschte und lächelte. Das Gärtencenter war längst kein Verkaufsraum mehr, sondern ein Garten voller Stimmen, Geschichten und Lieder. Für einen Moment war ich Teil davon – und ich wusste, dass ich, wenn ich nach Hause ginge, mindestens eine dieser Stimmen mitnehmen musste.
Anne Seltmann 29.08.2025, 07.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Es war einer dieser langweiligen Fernsehabende.
Der Bildschirm flimmerte schon seit Stunden, doch das Programm wollte nicht
recht greifen. Plötzlich huschte ein Schatten durch die Mattscheibe, als hätte
sich die Technik selbst verschluckt. Dann, ohne Vorwarnung, schwamm ein
goldorangener Fisch mitten in den grauen Wellen des Fernsehlichts auf und ab.
Der Ton verstummte, das Rauschen fiel in sich zusammen, und anstelle von Nachrichten und Serien sah man nun Wasser, Wolken und die anmutige Bewegung der Flossen. Der Fisch drehte sich einmal um sich selbst, als wolle er prüfen, ob das Publikum auch aufmerksam genug zusah. Auf dem Gehäuse des alten Geräts legte sich eine feine Spur von Wassertropfen ab, die wie Glasperlen funkelten.
Und da war noch mehr: aus den Knöpfen sprossen zarte Blumen, filigrane Blüten, die man eher in einem Traum als in einem Wohnzimmer erwartet hätte. Schmetterlinge flatterten aus dem unsichtbaren Spalt zwischen Bildschirm und Realität.
Der Abend, der mit Langeweile begann, verwandelte sich in ein Fenster in eine andere Welt – eine, in der Technik nicht nur sendet, sondern träumt. Der Fisch schwamm weiter, seelenruhig, und man fragte sich: Wer beobachtet hier eigentlich wen?
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 29.08.2025, 00.00 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Katze hatte beschlossen, dass heute ihr großer Auftritt war. Mit einem eleganten Satz sprang sie auf den Fahrersitz des geparkten Autos. Ihre Pfoten legte sie souverän auf das Lenkrad, als hätte sie schon seit Jahren einen Führerschein. Doch das Beste war ihre Sonnenbrille – groß, rund, und ein bisschen zu breit für das kleine Gesicht. Sie rückte sie mit der Pfote zurecht, neigte den Kopf leicht nach hinten und sah durch die getönten Gläser nach draußen. "Miau, Leute", schien sie zu sagen, "wer braucht schon Fahrerlaubnis, wenn man Stil hat?"
Sie lehnte sich zurück, ließ den Schwanz über das Lenkrad hängen, die
Sonnenbrille perfekt auf der Nase, und betrachtete die Welt durch die Gläser
wie eine echte Diva. Die Hunde am Zaun konnten nur staunen, und irgendwo in der
Ferne begann die Sonne genau im richtigen Winkel zu glitzern. Coolness pur –
und sie wusste, dass sie jeden Moment genießen würde.

Anne Seltmann 27.08.2025, 00.00 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Mohn am Feldrand
rot wie ein aufblitzen
in der stillen luft
die winde spielen
mit den köpfen
wie mit kleinen flammen
keine hand hält ihn
kein blick bewahrt
sein leuchten
und doch
für einen augenblick
steht alles still
nur der himmel
und das rot
und ein hauch von licht
~*~
© Anne Seltmann

Auch wenn der Mohn längst verblüht ist, muss ich ihn nochmal zeigen. Ich habe unglaublich viele noch nicht gezeigte Mohnbilder auf Halde!
Juttas...
Anne Seltmann 26.08.2025, 07.34 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL