Ausgewählter Beitrag

...Ich habe daraus inzwischen ein Hobby gemacht. Abends gegen 20:00 sitze ich auf der Couch und nicke weg. Früher fand ich das bei meiner Mutter unfassbar lustig. Heute bin ich sie. Das Leben hat Humor. Einen ganz eigenen. Also schleiche ich mich gegen 21:00 ins Bett, voller Hoffnung und mit der naiven Einstellung: Heute wird alles anders.
Ich lese ungefähr vier bis sieben Zeilen – nicht aus Interesse, sondern weil meine Augen einfach beschließen, den Betrieb einzustellen. Perfekt, denke ich. Jetzt gehts los. Schlaf! Eine Stunde später liege ich immer noch da und denke über existenzielle Fragen nach. Zum Beispiel: Warum verkrampfen Waden eigentlich nachts und nicht tagsüber, wenn man Zeit hätte? Denn natürlich melden sich auch noch Fuß- und Wadenkrämpfe – als wären sie Teil eines Abendprogramms, für das ich nie Tickets gekauft habe. Also Limptar. Wirkt schnell. Ich auch – endlich.
Und dann… um Punkt 4:00 Uhr: die Blase. Konsequent, unbestechlich und komplett humorlos. Ich liege also da und verhandle: Aufstehen = wach. Nicht aufstehen = auch wach. Ein klassisches Patt.
Aber das eigentliche Highlight kommt ja noch. Neben mir liegt mein Lieblingsmensch. Der schläft. Sehr friedlich. So friedlich, dass er offenbar parallel einen kompletten Wald verarbeitet. Mit Motorsäge. Ohne Pause. Ich habe ja Stöpsel. Die trage ich auch. Eine Zeit lang. Dann stören sie. Ich nehme sie raus. Und exakt in diesem Moment beginnt die Nachtschicht im Sägewerk neben mir.
Es ist beeindruckend. Wirklich. Ich liege also da, mit krampfbereiten Beinen, diskussionsfreudiger Blase und einem Mann, der offenbar Brennholz für ganz Europa produziert.
Am Ende bleibt nur die Erkenntnis: Ich schlafe vielleicht nicht gut – aber ich wohne eindeutig im bestausgestatteten All-in-One-Erlebnispark aus Krankenhaus, Holzindustrie und Comedy!
Anne Seltmann 28.04.2026, 14.42

aber ich gehe dann doch noch mal ins Bett, habe ja keinen Zeitdruck
ja, diesen zustand kenne ich auch.
Der Blase gebe ich nach und das ca 3x die Nacht. Mein jetziger Partner, schnarcht Gott sei Dank nur wenn er schwer erkältet ist, aber mein verstorbener Mann sägte auch was das Zeug hielt.
Gegen nicht aufhörende Gedanken, habe ich vor ca 20 Jahren ein Mittel gefunden. Hörbücher via MP3player, ganz ganz leise eingestellt..... dabei kann ich abschalten und schlafe ein....... und es dudelt die ganze Nacht, ich torkel nur kurz zum Badezimmer und zurück und schlafe danach wirklich ganz schnell auch wieder ein.
Nachteil, ich höre das Hörbuch immer nur in Stückchen und es dauert mitunter einen Monat, bevor ich den Zusammenhang der Geschichte wirklich ganz mitbekommen habe.
lg
vom 29.04.2026, 10.19