Was ist die mutigste Entscheidung, die du bisher
getroffen hast,
oder die mutigste Sache, die du je getan hast?
Mit geschlossenen Augen nach Bremen
Mein damaliger Lebensgefährte (22jährig) drückte mir (19 jährig) eines Abends eine Landkarte in die Hand. Dann verband er sich die Augen und sagte, er werde seinen Finger über die Karte kreisen lassen – und wenn ich „Stopp sage, ziehen wir genau dorthin.
Das war kein Witz.
Er meinte es todernst.
Sein Finger landete auf Bremen.
Er nahm die Augenbinde ab, sah mich an – und wir packten tatsächlich unsere
sieben Sachen.
Unser erstes Ziel: ein Campingplatz in Bremen. Von dort wollten wir uns in Ruhe umschauen, ankommen, prüfen, ob diese Stadt unsere neue Heimat werden könnte. Doch nach drei Wochen wussten wir: Bremen war es nicht.
Also wieder alles zusammenpacken.
Neuer Fingerzeig, neues Ziel: Kiel.
Wieder ein Campingplatz als Zwischenstation. Von dort aus suchten wir Wohnung und Arbeit – und erstaunlicherweise ging das alles ziemlich schnell. Schnell ging später allerdings auch der Abschied von ihm. Sein unstetes, ständig suchendes Leben passte nicht zu mir. Ich merkte, dass ich Wurzeln schlagen wollte – nicht immer weiterziehen.
Er lebt heute in Berlin.
Ich bin in Kiel geblieben.
Und ich habe es nie bereut, damals so wagemutig gewesen zu sein. Es war eine verrückte, spontane, vielleicht auch leichtsinnige Entscheidung – aber sie hat mich genau dorthin geführt, wo ich heute hingehöre.
Heute würde ich so etwas vermutlich nicht mehr tun.
Doch genau das ist wohl Reifung:
zu erkennen, dass Mut viele Gesichter hat – und dass man nicht immer die Augen
verbinden muss, um seinen Weg zu finden.
Anne Seltmann 27.02.2026, 11.11| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Hand aufs Herz, Herz, Mut,

Du musst dich LANGSAM BEEILEN
Sprich RUHIG LAUTER
Das ist ja VOLL LEER hier
Das schmeckt BITTERSÜSS
Deine Frisur ist ganz SCHÖN HÄSSLICH
KOMM, GEH jetzt
Dein Nachbar ist ein EINGEFLEISCHTER VEGANER
Das war LEICHT SCHWER
Der Abschied war TRAURIG SCHÖN
Sein Schreibtisch war ein GEORDNETES CHAOS
Es blieb ein OFFENES GEHEIMNIS
[Netzfund]
Anne Seltmann 27.02.2026, 10.07| (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenFunde

Chrysanthemen. Schon das Wort trägt etwas Feierliches in sich. Ein Rascheln von Seidenpapier. Ein Herbstlicht.
Der Name kommt aus dem Griechischen: „chrysós
bedeutet Gold, „ánthos heißt Blüte. Goldblume also.
Nicht zufällig – die ersten wild wachsenden Formen, die man in China
kannte, blühten leuchtend gelb. Wie kleine Sonnen, die beschlossen hatten,
näher an der Erde zu bleiben. Von dort aus wanderten sie – über Jahrhunderte
kultiviert und verehrt – nach Japan, wo sie bis heute kaiserliches
Symbol sind. Und später nach Europa, wo sie still in unsere Herbstgärten
einzogen.
Gold im Namen.
Licht im Klang.
Und vielleicht auch ein Versprechen:
Dass selbst im November noch etwas blühen darf.
Anne Seltmann 27.02.2026, 06.31| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Floral Friday, Chrysanthemen, Floral, Blumen, Natur, ,