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Einträge vom: 30.09.2006

Ende, Schluss

In Köln haben sie Lessings Drama

„Nathan der Weise“ umgeschrieben

– am Schluss sterben

alle außer Nathan. Das mit dem

neuen Schluss ist vernünftig.

Dichter irren.

Goethe etwa ließ am Schluss von

„Faust I“ Gretchen sterben. Wetten:

Wenn er an dem Tag, als er den

Schluss geschrieben hat, ordentlich

gegessen und einen Sekt getrunken

hätte – er wäre bester Laune

gewesen und schwupps: Gretchen

wäre gerettet worden, hätte

Faust geheiratet und den Teufel

mit dem Belzebub ausgetrieben.

Oder Winnetou III. Karl May hatte

doch einen Vollknall, den Häuptling

sterben zu lassen. Winnetou

hätte noch viel Gutes tun können

– zum Beispiel Ortsvorsitzender

von Greenpeace werden oder Sek-

II-Lehrer für meditatives Bogenschießen

am Gymnasium.

Aus Protest gegen all die falschen

Schlüsse verzichten wir jetzt

und hier auf einen Schluss und lassen

das Ende . . .


Via RP-Online: © vo

 

Anne Seltmann 30.09.2006, 13.57| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenFunde