In Köln haben sie Lessings
Drama
„Nathan der Weise“ umgeschrieben
– am Schluss sterben
alle außer Nathan. Das mit dem
neuen Schluss ist vernünftig.
Dichter irren.
Goethe etwa ließ am Schluss von
„Faust I“ Gretchen sterben. Wetten:
Wenn er an dem Tag, als er den
Schluss geschrieben hat, ordentlich
gegessen und einen Sekt getrunken
hätte – er wäre bester Laune
gewesen und schwupps: Gretchen
wäre gerettet worden, hätte
Faust geheiratet und den Teufel
mit dem Belzebub ausgetrieben.
Oder Winnetou III. Karl May hatte
doch einen Vollknall, den Häuptling
sterben zu lassen. Winnetou
hätte noch viel Gutes tun können
– zum Beispiel Ortsvorsitzender
von Greenpeace werden oder Sek-
II-Lehrer für meditatives Bogenschießen
am Gymnasium.
Aus Protest gegen all die falschen
Schlüsse verzichten wir jetzt
und hier auf einen Schluss und lassen
das Ende . . .
Via RP-Online: © vo
Anne Seltmann 30.09.2006, 13.57| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenFunde