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Niwibo sucht … bunt – da musste ich doch einmal in meinen Reisebildern stöbern. Und tatsächlich: Bunt begegnet einem überall, manchmal ganz offensichtlich und manchmal erst auf den zweiten Blick.
Beginnen wir in Murnau am Staffelsee. Dort war der Herbst bereits ordentlich in den Farbtopf gefallen. Der Wald leuchtete in Rot, Orange, Gelb und Grün und bildete eine wunderschöne Kulisse für die kleine dunkle Holzhütte auf der Wiese. Viel mehr Farbe braucht es eigentlich gar nicht. Die Natur kann das schließlich ziemlich gut.
Ebenfalls in Murnau habe ich diese Häuserwand am Wasserwerk entdeckt. Rote und orangefarbene Blätter des wilden Weins ranken über die helle Wand und sehen dabei fast aus wie ein kunstvoll gemaltes Muster. Ein bisschen Naturkunst mitten im Alltag.
Ganz anders und geradezu spektakulär bunt wird es in den Herrenhäuser Gärten in Hannover. Dort befindet sich die berühmte Grotte, die von Niki de Saint Phalle mit Spiegeln, Glas und farbenprächtigen Mosaiken gestaltet wurde. Hier weiß man gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Grün, Blau, Rot, Gelb, Glitzer und Spiegelungen – ein einziges großes Farbenfest. Genau solche Orte liebe ich: überraschend, verspielt und ein bisschen verrückt.
Und dann wäre da noch Rom. Bei einer Reise dorthin begegnet man natürlich auch der Päpstlichen Schweizergarde. Die Uniformen mit ihrem kräftigen Blau, Rot und Gelb sind schon von Weitem ein echter Farbtupfer. Zwischen all dem historischen Sandstein und den eher gedeckten Farben Roms wirken die Gardisten beinahe wie lebendige Farbtupfer in einem alten Gemälde.
So unterschiedlich meine Bilder auch sind – sie haben doch etwas gemeinsam: Farbe erzählt Geschichten. Ein Herbstwald erzählt vom Werden und Vergehen, rote Blätter an einer Hauswand vom Herbst, Mosaike von Fantasie und Lebensfreude und eine bunte Uniform von Tradition und Geschichte.
Vielleicht ist das genau das Schöne am Buntsein:
Man muss gar nicht danach suchen. Man muss nur die Augen offen halten
Anne Seltmann 28.09.2026, 08.49
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