Tag: elch

Im tiefen Winterwald lag Schnee wie Zucker über den Fichten. Die Weihnachtsmaus stapfte vorsichtig durch den weißen Teppich, auf der Suche nach dem perfekten Baum. Endlich fand sie ihn: hoch und gerade, mit Ästen, die noch ungeschmückt in den Himmel ragten.
"So kann Weihnachten doch nicht beginnen", piepste sie, während sie die ersten glitzernden Kugeln hervorholte.
Plötzlich raschelte es im Unterholz, und ein Elch mit rotem Schal trat aus den Bäumen. Seine Geweihe funkelten ein wenig vom Frost. "Ich sollte eigentlich beim Schlitten helfen", murmelte er, "aber ich glaube, ich kann hier gebraucht werden."
Gemeinsam schmückten sie den Baum:
Die Maus kletterte flink an den unteren Ästen, ordnete Lametta und kleine Beeren. Der Elch reichte vorsichtig die Kugeln an die höheren Zweige, dass sie nicht zerbrachen.
Die Schneeflocken wirbelten um sie herum, wie ein leiser Applaus der Natur.
Sie lachten, als der Elch sich im Lametta verhedderte, und sie schwiegen ehrfürchtig, als die ersten Waldlichter am Abend die Kugeln zum Glitzern brachten. Am Ende trat der Elch einen Schritt zurück, die Maus richtete die letzten Äste.
Der Baum war nicht perfekt – aber warm, lebendig und voller Zauber.
"Weihnachten", flüsterte die Maus, "ist, wenn man zusammen schmückt, egal wie groß man ist." Der Elch nickte, und gemeinsam machten sie sich auf den Heimweg.
Am nächsten Morgen leuchtete der Baum zwischen den verschneiten Tannen, und der ganze Wald schien ein wenig fröhlicher zu atmen.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 23.12.2025, 15.19 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Der kleine Elch hieß Adrian, was er selbst für einen sehr erwachsenen Namen hielt, obwohl sein Geweih noch so kurz war, dass es eher wie zwei ehrgeizige Gedanken aussah. Das Problem – oder je nach Tagesform das große Glück – war: Adrians Geweih leuchtete.
Nicht stark. Nicht majestätisch.
Eher so wie eine vergessene Nachtlampe.
Das fiel erstmals auf, als Adrian sich abends im Wald verlaufen wollte (er war sehr gut darin, sich zu verlaufen) und plötzlich alle anderen Tiere stehen blieben.
"Warum ist es hier heller geworden?", fragte der Igel.
"Das bin ich", sagte Adrian entschuldigend und versuchte, den Kopf unter einen Farn zu stecken. Der Farn begann ebenfalls zu glimmen.
Von da an hatte Adrian ein Problem. Tarnung war unmöglich. Verstecken ebenso. Räuber sahen ihn schon von weitem und entschieden sich dann meist dagegen, weil niemand einem leuchtenden Elch traut. Das ist eine bekannte Regel im Wald.
Besonders schlimm wurde es nachts. Die Eulen beschwerten sich über Lichtverschmutzung, die Glühwürmchen fühlten sich in ihrer beruflichen Existenz bedroht, und einmal benutzte ein Wanderer Adrians Geweih, um eine Karte zu lesen.
"Ich bin kein Werkzeug!", rief Adrian empört, aber der Wanderer war schon weg.
Adrian versuchte alles: Schlamm, Moos, eine Mütze aus Birkenrinde. Nichts half. Sein Geweih leuchtete durch alles hindurch, freundlich, hartnäckig, ein bisschen stolz.
Irgendwann hörte Adrian auf, sich zu schämen. Er stellte sich an die dunkelste Stelle des Waldes und wartete. Nach und nach kamen die Tiere. Nicht, um ihn auszulachen – sondern um sich zu wärmen, Geschichten zu erzählen und endlich mal wieder etwas zu sehen.
Seitdem ist Adrian offiziell der Wald-Elch mit eingebauter Beleuchtung.
Er findet das okay.
Manchmal dimmt er sein Geweih.
Aber nur, wenn er schlafen will.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 19.12.2025, 07.48 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Im Allgemeinen bin ich Kaffeetrinkern. Doch abends koche ich mir gerne Tee. Allerdings dann eine Kanne voll. Dieser Elch hat die Aufgabe eines Teesiebes und lässt eher nur einen Becher zum filtern zu. Den habe ich vor Drölfhundert Jahren einmal gekauft, als ich bei Frau Waldspecht zu Besuch war und wir in der * Glücksfabrik shoppen waren.


Anne Seltmann 25.11.2022, 11.36 | (7/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

07.01.2020, 01.00 | (18/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Ach du armer kranker Zwerg
Kann ich etwas für dich tun?
Komm bald bist du über`n Berg
Brauchst nur ein wenig ruh`n
Ich koch dir Tee, rühr Honig mit hinein
nimm Zwieback, zwei Scheiben oder drei
dann wird bald alles besser sein
und die Krankheit ist (fast) vorbei.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 21.12.2013, 18.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Anne Seltmann 03.12.2010, 21.05 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Anne Seltmann 31.10.2010, 10.00 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

...Sloppy girl! Anne Seltmann 17.10.2010, 11.27 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL