Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Stiefmütterchen

Das Geheimnis der Samtblüte



Es war einmal, tief im Herzen eines verwunschenen Waldes, ein wunderschöner Garten. In diesem Garten lebte eine kleine Pflanzenfamilie. Sie alle gehörten zur selben Familie der Veilchen, doch die Natur hatte sie mit ganz unterschiedlichen Kleidern bedacht.

An der Spitze der Pflanze, dem Himmel am nächsten, wohnten zwei kleine Schwestern. Sie trugen zarte, bescheidene Kleider in einem tiefen, dunklen Blau, fast wie der Nachthimmel. Sie waren still, freundlich und teilten sich geduldig ein einziges, schmales grünes Kelchblatt als Bank. Die anderen Blumen im Garten nannten sie leise die „Stieftöchter, weil sie sich immer mit dem wenigsten Platz zufriedengaben und im Schatten der anderen standen.

In der Mitte des Stängels wohnten zwei weitere Schwestern. Ihre Kleider leuchteten in einem kräftigen, fröhlichen Lila. Sie waren stolz und hatten jede einen eigenen, bequemen Sessel aus grünen Kelchblättern für sich allein. Sie breiteten sich gerne aus und rutschten oft so weit nach oben, dass sie den beiden oberen Schwestern fast die Sicht auf die Sonne nahmen.

Ganz unten aber, auf dem größten und prächtigsten Platz von allen, thronte die Mutter. Ihr Kleid war das prachtvollste: ein riesiges, samtiges Blütenblatt, das in den leuchtendsten Farben von Gelb bis Dunkelpurpur erstrahlte. Sie saß majestätisch auf gleich zwei großen Kelchblättern und genoss die warme Sonne in vollen Zügen. Sie war so groß und dominant, dass sie ihre leiblichen Töchter in der Mitte beschützte, während sie die beiden oberen Schwestern kaum beachtete.

Eines Tages zog ein heftiger Herbststurm durch den Garten. Der Wind rüttelte an den Bäumen, und kalter Regen peitschte auf die Erde. Die stolzen Schwestern in der Mitte zitterten vor Angst und schoben sich dicht an ihre Mutter heran. Die Mutter breitete ihr großes, samtiges Gewand aus, um ihre beiden Lieblinge vor dem Sturm zu schützen.

Doch als sie nach oben blickte, sah sie die beiden kleinen, dunklen Schwestern ganz oben am Stängel. Sie hatten keinen Schutz, keinen breiten Schirm und hielten sich tapfer weinend im kalten Wind aneinander fest. In diesem Moment schmolz das stolze Herz der Mutter. Es tat ihr leid, dass sie die beiden oben so oft vernachlässigt hatte. Sie streckte sich so weit sie konnte nach oben, und auch die mittleren Schwestern machten sich ganz schmal, um den Wind abzufangen. Gemeinsam bildeten sie einen dichten, schützenden Wall aus bunten Farben.

Als der Sturm sich am nächsten Morgen legte, war die Blüte wie durch ein Wunder verwandelt. Sie waren durch die Rettungsaktion so dicht zusammengerückt, dass sie für immer zu einer einzigen, wunderschönen Blume verschmolzen waren. Die Farben hatten sich ineinander verwoben – das Gelb der Mutter, das Lila der Töchter und das tiefe Blau der Stieftöchter.

Ein Wanderer, der am Mittag an dem Garten vorbeikam, blieb staunend vor der neuen Blume stehen. Er betrachtete das kunstvolle Muster, die großen Sessel der unteren Blätter und die beiden bescheidenen Blättchen ganz oben, die sich nun für immer aneinander kuschelten. Er lächelte weise und sagte: „Hier hat eine Stiefmutter ihr Herz für alle ihre Kinder geöffnet.

Seit diesem Tag nennen die Menschen die farbenfrohe, treue Blume im Garten liebevoll das Stiefmütterchen. Sie erinnert uns daran, dass wahre Schönheit entsteht, wenn man zusammenhält – egal, auf welchem Platz man im Leben sitzt.





Anne Seltmann 27.09.2026, 14.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 17






Der Name Stiefmütterchen hat eine spannende und symbolträchtige Herkunft – er geht auf eine alte volkstümliche Deutung der Blüte zurück. Dabei steht das Aussehen der Blüte Pate für eine kleine "Familiengeschichte":

Die Legende vom Stiefmütterchen:

Die Blüte hat fünf Blütenblätter in zwei Farben und Größen. Man stellte sich vor:

  • Das große untere Blütenblatt ist die Stiefmutter – sie sitzt bequem auf zwei "Sesseln" (den beiden Kelchblättern darunter).

  • Die beiden mittleren seitlichen Blütenblätter sind die leiblichen Töchter der Stiefmutter – auch sie haben je einen "Sitz" (Kelchblatt).

  • Die beiden oberen, kleineren Blütenblätter sind die Stieftöchter – sie stehen und haben keinen Sitzplatz.

Die Pflanze wurde so zu einem Bild für Ungleichheit und Benachteiligung – typisch für das überlieferte Märchenmotiv der strengen Stiefmutter.




Nicks...





Anne Seltmann 06.06.2025, 06.10 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Der Naturdonnerstag N° 121


 N° 121



Im Hochbeet meines Kindergartens.








Anne Seltmann 19.05.2022, 16.55 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday Fotos N° 160/2022



 N° 160/2022




Die wollen noch eingepflanzt werden.

Meine Kollegin sorgt sich immer liebevoll um unseren Kindergarten-Garten

und bringt immer Blumenbunte Pflänzchen mit, die dann gemeinsam mit den Kindern eingepflanzt werden.


















Anne Seltmann 25.03.2022, 07.34 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Montagsherz N° #476



N° #476



Wenn man das Bild umdreht, erkennt man ein Herz


Der Volksglaube meint, dass die Namensgebung auf ein familiäres Bild zurückgeführt. Die fünf bunten Blütenblätter werden von insgesamt fünf Kelchblättern getragen. Das unterste der Blütenblätter ist das größte und sitzt auf zwei von diesen Kelchblättern. Dieses wird allgemein als die "Stiefmutter" angesehen. Rechts und links befinden sich zwei bunt gefärbte Blütenblätter, die Töchter, auf jeweils einem Kelchblatt. Darüber gibt es zwei weitere Blütenblätter, welche sich ein Kelchblatt teilen müssen und deswegen als die Stieftöchter bezeichnet werden. Außerdem ist das Stiefmütterchen Symbol der japanischen Stadt Osaka und das Sinnbild für Kraft der liebevollen Gedanken und Erinnerung.







Anne Seltmann 28.09.2020, 06.06 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL