Tag: Sommer


Sommer ist
die Haut, die Sonne trinkt,
ein Atemzug von warmem Wind,
der Geruch von reifem Gras
und Geschichten,
die barfuß durch die Tage laufen.
Sommer ist
ein langer, goldener Faden,
der den Himmel an die Erde näht,
ein Versprechen aus Licht,
das uns den Winter vergessen lässt.
Und Sommer ist auch
das Lächeln im Briefkasten,
wunderschöne, selbst kreierte Post,
die zwischen den Fingern
wie ein kleines Stück Sonne
weiterglüht.
~*~
© Anne Seltmann

Darüber habe ich mich sehr gefreut!

Anne Seltmann 02.08.2025, 14.12 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Dort, wo die Felder flüstern und der Wind Geschichten sammelt, lebte ein kleines Mädchen mit wilden Haaren und einem Namen, den niemand kannte. Die Menschen im Dorf nannten sie nur Korngold – weil sie immer ein paar Ähren in den Taschen trug und in ihren Stiefeln manchmal auch Maiskolben steckten, als hätte sie dem Sommer das letzte Lächeln geklaut.
Korngold war nicht wie die anderen Kinder. Ihre Stiefel waren drei Nummern zu groß und klapperten bei jedem Schritt wie die Uhren der alten Zeit. Doch sie mochte sie so – denn sie glaubte, in ihnen liege ein Stück der Vergangenheit verborgen. Vielleicht sogar ein Stück ihres Traums.
An diesem Tag fiel das allererste Schneeflöckchen vom Himmel. Es tanzte leise, drehte sich einmal um sich selbst – und landete direkt auf ihrer Nase.
Korngold hielt den Atem an.
"Bist du der Anfang?" flüsterte sie.
Das Flöckchen antwortete nicht, aber die Maiskolben in ihren Stiefeln begannen leicht zu schimmern, als spürten sie den Zauber.
Ein leises Leuchten, warm wie Kindheit. Wie Hoffnung.
Korngold wusste: Auch wenn der Winter kam, würde das Korn in ihr nie ganz schlafen gehen. Und solange sie ging – mit ihren großen Stiefeln, ihrem stillen Mut und ihren leuchtenden Augen – würde der Sommer in ihr weiterflüstern.
So ging sie los.
Klein.
Zart.
Aber voller Wunder.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 27.06.2025, 16.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL

In Schweden ist Midsommar – gleich nach Weihnachten – das wohl bedeutendste Fest im Jahreslauf. Gefeiert wird es meist im Kreis von Familie, Freunden und Nachbarn. Der Mittsommerabend, auf Schwedisch midsommarafton, fällt immer auf einen Freitag zwischen dem 19. und 25. Juni – irgendwo zwischen Lichtfülle und Sommersehnsucht.
Irgendwann zwischen Tag und Nacht, wenn die Schatten noch weich sind und das Licht nicht weichen will, beginnt das, was man im Norden "Midsommar" nennt. Kein Datum, sondern ein Gefühl. Kein Feiertag, sondern ein leiser Tanz mit der Zeit.
Ich habe nie ein klassisches Mittsommerfest erlebt. Kein Maibaum, keine Erdbeertorte mit Sahne, kein Tanz ums Feuer. Und doch verstehe ich es – weil es in uns allen wohnt: dieses Bedürfnis, das Licht zu feiern, wenn es am längsten bleibt. So, als könnten wir für einen Moment die Dunkelheit überlisten.
Hier an der Ostsee wirkt Mittsommer anders. Der Wind riecht nach Salz und Heckenrose, und meine Möwen tragen Blumenkränzchen. Nicht in Wirklichkeit – aber auf meinen Bildern, die mit einem Augenzwinkern zeigen, dass auch das Meer das Feiern nicht verlernt hat. Möwen, die tanzen, statt zu kreischen. Sommerfantasien im Federkleid.
In meinem Kopf tanzen Mädchen barfuß über eine Wiese, Blumen im Haar, Lachen in der Luft. Die Glühwürmchen zögern nicht lange, und der Himmel macht keine Anstalten, zu verblassen. Vielleicht ist es das: ein kurzer Stillstand, mitten im Kreisen der Welt. Und wir, die wir zusehen oder mittanzen, wissen plötzlich wieder, wie sich Leichtigkeit anfühlt.
Mittsommer ist kein Fest der großen Gesten. Es reicht, sich auf eine Wiese zu setzen, die Stille zu hören, Möwen zuzulächeln und zu spüren, wie der Tag sich nicht entscheiden kann.
Ich glaube, es sind diese Momente, in denen wir uns wiederfinden – zwischen Tau und Himmel, zwischen Küstenlicht und innerem Gleichgewicht.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 21.06.2025, 15.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


ich trat
in ein grün,
das nicht wusste,
wie viele namen es hatte
über mir
ein summen,
als hätte jemand vergessen,
die welt auszuschalten
blüten
platzten auf
in farben,
die nicht verabredet waren
ich hielt still
mit der hand
im licht
zwischen zwei halmen
und dachte:
so fühlt sich nichts an,
das wichtig sein will
eine ameise lief
über meinen fuß
wie eine kurze erinnerung
an bewegung
es roch nach
zu viel leben
um es zu zählen
ich sammelte
keine blumen
nur augenblicke
die sich später
nicht erklären lassen

Anne Seltmann 04.05.2025, 10.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL


Sie wachsen dort,
wo niemand sie erwartet.
Zwischen Kies,
unter den Füßen der Gedanken,
unbeirrt.
Ein weißer Blick zum Himmel,
ein gelbes Flüstern aus der Mitte.
Sie kennt kein Groß,
kein Laut.
Nur das Dasein –
klar,
still,
leicht.
Manche nennen sie unscheinbar,
doch sie trägt den Sommer
auf der Zunge.
~*~
© Anne Seltmann

18.04.2025, 08.30 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL



Anne Seltmann 07.04.2025, 09.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL


Blühende Sonnenblume
im goldenen Morgenlicht
träumt vom Sommerwind.
~*~
© Anne Seltmann



Anne Seltmann 26.07.2024, 06.10 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL


In einer lauen Mitsommernacht,
wenn der Himmel voller Sterne lacht,
verzaubert uns die Magie der Zeit,
wenn die Dunkelheit das Licht befreit.
Die Natur erwacht in dieser Stunde,
ein sanfter Duft macht seine Runde,
die Blumen blühen in voller Pracht
und der Mond erhellt die dunkle Nacht.
Die Grillen zirpen ihr Lied im Chor
sanft streicht der Wind über das Moor.
Die Bäume flüstern leise vor sich hin,
während wir durch die Wiesen ziehen.
Die Welt scheint still zu stehen,
während wir durch die Sternennacht gehen,
Wir spüren die Magie der Zeit
und sind bereit für die Ewigkeit.

Anne Seltmann 21.08.2023, 17.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL