Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Marius

Marius Nature Thursday 2026 N° 05








Draußen ist es derzeit wahnsinnig kalt. Eine Kälte, die bis in die Gedanken zieht und die Schritte langsamer werden lässt. Dazu dieses Grau in Grau, das den Tagen ihre Konturen nimmt und selbst vertraute Wege ein wenig fremd wirken lässt. Man öffnet die Tür, atmet einmal tief ein – und überlegt es sich dann doch noch einmal, ob man wirklich hinausgehen mag.

Die Welt draußen scheint gedämpft, fast lautlos. Farben ziehen sich zurück, Geräusche ebenso. Drinnen wird das Licht wärmer, die Tasse Tee wichtiger, der Blick aus dem Fenster länger. Ich habe diese Zeit des Nicht-Hinausgehens genutzt – wir waren vom Netz getrennt, vielleicht wegen eines Kabelschadens – und habe rund 20.000 Bilder gesichtet, sortiert und ausgemistet. Eine stille, fast meditative Arbeit, die gut zu diesen grauen Tagen passte.

Vielleicht ist das genau die Zeit, in der man nicht viel vorhaben muss – außer da zu bleiben, wo es warm ist, und den Tag ein wenig leiser zu leben.



Marius...





Anne Seltmann 05.02.2026, 15.16 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 04





Es schneit in meinen Gedanken

 

es schneit
nicht laut
eher zögernd

 

gedanken
werden langsamer
unter der last
von weiß

 

nichts will jetzt
dringend sein

 

worte
landen
und bleiben liegen

 

alles
was eben noch scharf war
verliert die kanten

 

zeit
setzt sich
zwischen zwei atemzüge

 

und ich
bin da
ohne erklärung

 

nur
dort
wo nichts drängt

 

nur
gehalten
von ruhe

~*~


© Anne Seltmann











Anne Seltmann 29.01.2026, 05.34 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 03






 

In Eis und Schnee

in eis und schnee
ruht alles,
was einmal bewegung war.

 

kälte hält fest,
was sonst vergeht.
zeit steht still
zwischen weiß
und schweigen.

 

nichts drängt,
nichts verlangt.
nur das dasein
im frost.

 

in eis und schnee
wird das leise
sichtbar.

~*~

© Anne Seltmann



 

Marius...



Anne Seltmann 22.01.2026, 05.38 | (4/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 02






Inventar der Bäume

Heute tragen die Bäume
ihr zweites Gewicht.

Nicht das der Jahre,
nicht das der Ringe,
sondern ein helles,
geliehenes Weiß.

Jeder Ast
ein vorsichtiges Regal,
auf dem der Winter
sein Geschirr abstellt.

Die Fichten stehen da
wie Tiere, die gelernt haben
ganz still zu atmen.

Birken –
mit Schultern aus Schnee,
als hätten sie sich
für etwas entschuldigt.

Der Garten wird langsam
zu einem Archiv
von Formen, die sonst
nur der Wind kennt.

Man könnte meinen,
die Stämme hörten zu,
wie die Flocken
leise ihren Namen sagen.

Unter der Last
beugen sie sich
in einer geduldigen Grammatik:
Satzzeichen aus Holz und Kälte.

Ich gehe hindurch
und trage das Knirschen
an den Schuhen davon,
als kleine Beweise.

Gegen Abend
wird alles schwerer,
auch das Licht.

Dann hängen die Bäume
voller Schnee
wie unausgesprochene Sätze –
schön
und ein wenig gefährdet.

~*~


© Anne Seltmann







Anne Seltmann 15.01.2026, 10.37 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 01





Das alte Sprichwort "Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde" ist auch im Jahr 2026 so aktuell wie eh und je. Es ist die Wärme ihres Fells, der Duft nach Heu und Freiheit und das Gefühl, von einem so stolzen Wesen bedingungslos angenommen zu werden. Pferde verbinden Stärke und Eleganz wie kaum ein anderes Tier. Wenn sie über die Weide rennen, wirken sie schwerelos... als würden sie für einen Augenblick die Erde verlassen und nur noch aus Bewegung, Wind und Licht bestehen.











Anne Seltmann 08.01.2026, 06.31 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Black and White Januar 2026




[Gesehen im November an einem Zaum, der zu einem Friedhof führt]










Anne Seltmann 02.01.2026, 06.25 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 46





In dieser Collage habe ich meine Naturmomente aus dem ganzen Jahr gesammelt – all die Beiträge, die ich für Marius` Nature Thursday teilen durfte. Vielleicht fehlt irgendwo noch ein Bild, aber mein Herz ist in jedem einzelnen dabei.

Jetzt, wo das Jahr leise ausklingt, merke ich erst, wie sehr mich dieses Projekt begleitet hat: hinausgehen, genauer hinsehen, staunen.

Lieber Marius, danke für deine Idee, deine Zeit und dein Dranbleiben.

Und wie schön, dass es weitergeht – ich freue mich darauf, auch im neuen Jahr wieder Natur mit dir und euch allen zu entdecken.









Anne Seltmann 25.12.2025, 07.58 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 45









Hörst du das leise Rascheln im Wind
Hafer und Gräser neigen sich sanft
und berühren sich wie alte Freunde
ein Wispern zieht über die Felder
vom Sommer, der längst vergangen ist
von Sonnenstrahlen, die auf den Halmen tanzen
und von Schatten, die sich zwischen den Ähren verlieren.

 

Es ist ein Atemholen der Natur
ein Flüstern, das nur die Stille versteht
die kleinen Bewegungen zwischen Licht und Erde
ein Augenblick, der kaum zu fassen ist
und doch alles erzählt, was Zeit bedeutet
und wie das Leben leise weitergeht
in den Rändern von Feldwegen
zwischen den Wurzeln der Gräser
und dem Himmel, der sich sanft über alles legt.

 

Hier kann man stehen und hören
ohne zu fragen, ohne zu greifen
nur sein und lauschen
dem leisen Gespräch der Halme
dem Tanz der Lüfte
und dem kleinen Wunder, dass alles still spricht,
wenn man nur aufmerksam genug ist.

~*~

© Anne Seltmann












Anne Seltmann 18.12.2025, 00.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 44


Urlaubsbericht Sächsische Schweiz




Die Basteifelsen in der Sächsischen Schweiz wirken, als hätte die Natur eine Bühne geschaffen, die gleichzeitig wild, majestätisch und beinahe märchenhaft ist. Die hoch aufragenden Sandsteinformationen stehen wie steinerne Figuren über der Elbe und formen eine Landschaft, die in ihrer Dramatik kaum zu übertreffen ist. Zwischen den Felsen öffnen sich schmale Durchblicke, tiefe Schluchten und weite Panoramen, die je nach Lichtstimmung geheimnisvoll, sanft oder überwältigend erscheinen.

Die besondere Attraktion ist eine eindrucksvolle Aussichtsplattform, die sich zwanzig Meter in die Landschaft streckt und etwa zehn Meter frei über dem vorderen Teil des Basteifelsens zu schweben scheint. Sie eröffnet einen Weitblick, der das gesamte Elbtal und das umliegende Elbsandsteingebirge in ihrer ganzen Größe sichtbar macht. Seit ihrer Wiedereröffnung steht sie allen Besuchern offen und führt direkt zu jener berühmten Basteiaussicht, die zu den bekanntesten Panoramen in Sachsen zählt.















Anne Seltmann 04.12.2025, 06.49 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Black an White Dezember 2025








Nussknacker gehören zu den charmantesten Figuren der Weihnachtstradition – und ihre Geschichte ist so märchenhaft wie ihr Aussehen.

Ihre Wurzeln liegen in Deutschland, genauer im Erzgebirge. Dort entstand im 17. und 18. Jahrhundert die Tradition der Holzschnitzerei, weil viele Bergleute in den langen Wintern ein zweites Einkommen brauchten. Aus dem Handwerk wurden kleine Kunstwerke – Räuchermännchen, Pyramiden und eben auch Nussknacker.

Der legendäre "Vater des Nussknackers" gilt Wilhelm Füchtner aus Seiffen. Er entwickelte Ende des 19. Jahrhunderts die typische Gestalt: ein strenger, meist aufrechtstehender Mann mit Uniform, Schnurrbart und kräftigem Hebelmaul. Die Figuren stellten Autoritätspersonen dar – Gendarmen, Offiziere, Könige, Pförtner. Ein kleiner Triumph aus Holz: Wer ihn bedient, bezwingt die Autorität mit einer einzigen Nuss.

Der Nussknacker wurde später weltberühmt, als E.T.A. Hoffmann 1816 das Kunstmärchen "Nussknacker und Mausekönig" schrieb, und Tschaikowski dieses in sein weltbekanntes Ballett verwandelte. Seitdem steht die Figur nicht nur für Handwerk, sondern für Fantasie, Märchen und Weihnachtsträume.

Bis heute wird der echte Erzgebirgische Nussknacker in Handarbeit hergestellt. Jeder ist ein kleines Unikat aus gedrechseltem Holz, liebevoll bemalt und dekoriert.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir sie so lieben: Sie erinnern uns an eine Zeit, in der einfache Dinge etwas Magisches hatten. Nussknacker sind etwas zwischen Kunst, Tradition und Kindheitsgefühl – und jedes Jahr kommen sie zurück, um uns zu zeigen, wie nah Märchen an der Wirklichkeit liegen.










Anne Seltmann 02.12.2025, 10.36 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL