Tag: Katze


Der Plan war eigentlich ganz einfach!
Ich wollte nur kurz ein Foto vom gemütlichen Sessel machen. Doch dann hörte ich ein leises Plopp – so klingt es ungefähr, wenn eine Katze plötzlich beschließt, mitten ins Geschehen zu springen.
Und da stand sie. Mitten auf dem Sessel. Direkt vor der Kamera. Mit einem Gesichtsausdruck, als hätte sie gerade entdeckt, dass Menschen heimlich Kühlschränke öffnen können.
Langsam beugte sie sich nach vorne. Ihre Nase kam näher… und näher… und noch näher…
Plötzlich bestand die ganze Welt nur noch aus Schnurrhaaren, Nase und zwei riesigen Augen. Sie starrte in die Kamera, völlig fassungslos. In ihrem Kopf lief vermutlich gerade ein komplizierter Gedankengang:
„Moment…
Da sitzt ein Mensch. Der hält eine kleine schwarze Kiste. Die Kiste macht Klick. Also… gehört die Kiste jetzt mir? Sie schnupperte misstrauisch. Die Kamera klickte.
Und genau in diesem Moment entstand dieses Foto – der Augenblick, in dem eine Katze feststellte, dass sie vielleicht gerade zu nah an etwas sehr Merkwürdigem dran ist.
Danach setzte sie sich hin, putzte seelenruhig ihre Pfote und tat so, als hätte sie uns alle genau beobachtet.
Nicht umgekehrt!

Anne Seltmann 11.03.2026, 16.20 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Kater Stubbs war alles andere als ein gewöhnlicher
Stubentiger.
Fast zwei Jahrzehnte lang galt er als inoffizieller Bürgermeister des kleinen
Ortes Talkeetna in Alaska.
Ende der 1990er-Jahre hatten einige Einwohner genug von den menschlichen Kandidaten – also setzten sie kurzerhand ihr Vertrauen in einen einjährigen Kater. Was als augenzwinkernde Aktion begann, wurde zur echten Erfolgsgeschichte.
Politische Entscheidungen traf Stubbs natürlich keine, doch seine Wirkung war enorm: Er wurde zum Wahrzeichen des Ortes und lockte Besucher aus aller Welt an. Zu seinen täglichen „Amtsterminen gehörte der Abstecher in ein örtliches Restaurant, wo man ihm stilvoll Katzenminzwasser im Weinglas servierte.
Mehrfach entging er nur knapp dem Tod – unter anderem nach einem Hundeangriff, einer Schussverletzung und einem Sturz in eine (zum Glück ausgeschaltete) Fritteuse. Trotzdem blieb er über viele Jahre das pelzige Herz von Talkeetna.
2017 verabschiedete sich Stubbs im stolzen Alter von rund 20
Katzenjahren.
Ein Bürgermeister auf vier Pfoten – und eine Legende, die bis heute in
Erinnerung geblieben ist.
Nachdem ich die Geschichte recherchierte, stellte ich fest, dass Stubbs fast so aussieht, wie der Kater auf meinem Foto. Das Foto entstand in Llorett de Mar [Spanien]
Die Geschichte ist real!
25.02.2026, 08.33 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Friedhofskatze von Arlington
Auf dem berühmten Soldatenfriedhof Arlington National Cemetery in den USA lebte viele Jahre lang eine streunende Katze, die von Besuchern und Mitarbeitenden liebevoll „Sergeant Whiskers genannt wurde.
Niemand wusste genau, wann sie auftauchte. Plötzlich war sie einfach da.
Die Katze streifte ruhig zwischen den Grabreihen umher, legte sich in die Sonne neben Marmorkreuze und beobachtete die Besucher mit stiller Aufmerksamkeit. Besonders häufig hielt sie sich in der Nähe frisch besuchter Gräber auf.
Was die Menschen berührte:
Die Katze schien eine besondere Sensibilität zu besitzen. Wenn Angehörige weinten oder lange verweilten, setzte sie sich oft in deren Nähe – manchmal direkt auf das Grab oder dicht neben die trauernde Person. Sie ließ sich streicheln, blieb ruhig und verschwand erst, wenn die Menschen gingen.
Mitarbeiter berichteten, dass sie niemandem gehörte, aber von allen versorgt wurde. Besucher brachten Futter, das Personal stellte Wasser bereit. Offiziell war sie nie „angestellt – inoffiziell war sie Teil des Ortes.
Mit der Zeit wurde sie zu einem kleinen Symbol des Trostes.
In einer Umgebung voller Verlust brachte sie etwas Lebendiges, Warmes, Sanftes.
Als die Katze nach vielen Jahren verschwand, hinterließen Besucher kleine Notizen und Blumen an den Stellen, an denen sie sich oft aufgehalten hatte.
Manchmal sind es nicht große Gesten,
sondern leise Pfoten zwischen Grabsteinen,
die Menschen am meisten berühren.
Anne Seltmann 18.02.2026, 06.42 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Menschen waren nervös. Sehr nervös.
Nur eine nicht.
Oben auf der alten Backsteinmauer saß Minka.
Schwarz. Glänzend. Mit einem Blick, der irgendwo zwischen
„Ich weiß etwas, was ihr nicht wisst
und „Wo ist mein Frühstück? lag.
Herr Meier kam aus dem Haus, blieb abrupt stehen –
und sah direkt in ihre gelben Augen.
„Na toll, murmelte er. „Eine schwarze Katze.
Er drehte sich um, um einen Umweg zu gehen –
und lief direkt gegen seine eigene Mülltonne.
Klong.
Minka blinzelte.
Das hatte sie nun wirklich nicht geplant.
Ein paar Häuser weiter ließ Frau Kruse vor Schreck ihren
Schlüssel fallen,
nur weil Minka ihren Schwanz minimal bewegte.
Minimal!
„Das ist ein Zeichen! flüsterte jemand hinter dem Vorhang.
Ein Zeichen?
Minka putzte sich demonstrativ die Pfote.
Das einzige Zeichen hier war:
„Bitte mehr Thunfisch.
Doch dann wurde es interessant.
Herr Meier fand in seiner zerknitterten Jackentasche
einen längst vergessenen Zehn-Euro-Schein.
Frau Kruse bekam einen überraschenden Anruf mit guten Nachrichten.
Und der Postbote brachte ein Paket, das viel früher kam als angekündigt.
Langsam merkten die Menschen:
Vielleicht war Minka gar kein Unglücksbringer.
Vielleicht war sie einfach nur…
eine Katze.
Oben auf der Mauer streckte sie sich genüsslich,
ließ ihren Blick über die aufgeregte Nachbarschaft schweifen
und dachte – falls Katzen in ganzen Sätzen denken:
„Freitag, der 13.?
Ich sitze hier jeden Freitag.
Ihr seid nur heute besonders dramatisch.
Dann sprang sie elegant von der Mauer
und verschwand –
um vermutlich irgendwo anders
unschuldig Chaos verursacht zu haben.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 13.02.2026, 06.18 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Simon – die Schiffskatze der HMS Amethyst
(eine Geschichte, die sich genau so zugetragen hat)
Simon war eine schwarz-weiße Katze, geboren 1947 in Hongkong. Ein junger Matrose der britischen Fregatte HMS Amethyst nahm das kleine Kätzchen mit an Bord. Wie viele Schiffskatzen sollte Simon eigentlich nur die Ratten fernhalten.
Doch 1949 wurde das Schiff während des chinesischen Bürgerkriegs auf dem Jangtse-Fluss beschossen. Mehrere Besatzungsmitglieder starben, viele wurden verletzt – auch Simon. Splitter trafen ihn schwer, man glaubte zunächst nicht, dass er überleben würde.
Aber Simon erholte sich.
Während das beschädigte Schiff wochenlang festsaß und die Stimmung an Bord sank, tat Simon das, was er immer tat: Er jagte weiter Ratten, selbst mit Narben am Körper. Besonders berüchtigt war eine große Ratte, die Vorräte zerstörte und Lebensmittel fraß. Simon fing sie – sehr zur Erleichterung der Besatzung.
In dieser schwierigen Zeit wurde der kleine schwarz-weiße Kater zum Symbol für Durchhaltevermögen. Die Männer sagten später, dass allein seine Anwesenheit Trost spendete. Er ging von Koje zu Koje, ließ sich streicheln, schnurrte – mitten im Ausnahmezustand.
Nach der dramatischen Flucht des Schiffes wurde Simon in Großbritannien als Held empfangen. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter die Dickin Medal, eine Art „Tier-Victoria-Kreuz für besondere Tapferkeit.
Simon starb noch im selben Jahr an einer Infektion, wurde jedoch mit militärischen Ehren beerdigt. Sein Grab befindet sich bis heute im Ilford Animal Cemetery in London.
Ein kleiner schwarz-weißer Kater, der in einem Kriegsschiff Mut spendete.
Anne Seltmann 11.02.2026, 07.55 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Anne Seltmann 14.01.2026, 00.00 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Cleo liegt draußen vor der Terrassentür.
Ganz friedlich. Augen zu. Null Bewegung.
Sie sieht aus wie: "Bitte nicht stören. Tiefschlaf. Großes Katzenbusiness."
Wir schleichen leise vorbei.
Wir reden gedämpft.
Wir benehmen uns, als läge da ein rohes Ei.
Dann - zack - das Ohr wackelt.
Ein Vogel hüpft durchs Beet.
Ein Blatt rollt vorbei.
In der Küche öffnet jemand leise den Kühlschrank.
Cleo bewegt sich keinen Millimeter.
Aber ihre Schwanzspitze sagt ganz deutlich:
"Ich bin im Geheimdienst."
Sie öffnet ein Auge. Nur ein winzigen Spalt. Kontrollblick.
Dann wieder zu.
So tun, als würde sie schlafen. Profi-Level eben.
Und genau in dem Moment, in dem wir sagen:
"Ach, guck, sie schläft ja sooo süß…" steht sie plötzlich auf, streckt sich, marschiert zur Tür und schaut uns an wie:
""Na? Machst du jetzt endlich auf - oder soll ich verhungern?"
Katzen schlafen nicht.
Sie planen.
Vor allem Cleo.

Anne Seltmann 31.12.2025, 05.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

2019 waren wir in Paris und für uns war der Besuch des berühmten Friedhofes "Père-Lachaise" ein Muss! Allerdings auch der Friedhof Montmartre. Dort ist auch dieses Bild entstanden.
Und wer den Friedhof Montmartre in Paris besucht, rechnet mit Stille, Patina und großen Namen der Vergangenheit. Was viele überrascht: Man ist dort selten allein. Zwischen Mausoleen, efeubewachsenen Grabsteinen und schmiedeeisernen Gittern leben die eigentlichen Hüter dieses Ortes – die Katzen von Montmartre.
Sie liegen auf warmem Stein, schleichen lautlos über Kieswege oder sitzen reglos auf Grabplatten, als hätten sie dort schon immer gewartet. Manche wirken wie zufällige Besucher, andere wie fest installierte Denkmäler mit Schnurrhaaren. Der Friedhof ist ihr Revier, ihre Bühne, ihr Rückzugsort.
Die Geschichte der Friedhofskatzen ist keine romantische Legende, sondern gewachsene Realität. Über Jahre hinweg haben sich streunende Katzen hier angesiedelt. Anwohner und Tierschützer kümmern sich um sie, sorgen für Futter, medizinische Versorgung und Kastrationen. So ist eine stille Gemeinschaft entstanden – respektvoll, unaufdringlich, fast unsichtbar.
Gerade diese Zurückhaltung passt zum Ort. Die Katzen drängen sich nicht auf. Sie beobachten. Sie scheinen die Besucher zu prüfen, mit jener gelassenen Überlegenheit, die Katzen perfektioniert haben. Wer innehält, merkt schnell: Ihre Anwesenheit mildert die Schwere des Friedhofs. Sie bringen Leben an einen Ort der Erinnerung.
Zwischen den Gräbern berühmter Künstler und vergessener Namen wirken die Katzen wie Bindeglieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie erinnern daran, dass Orte nicht nur von Geschichte, sondern auch vom Jetzt bewohnt werden. Ein leises Miauen, ein flüchtiger Schatten – und der Friedhof atmet weiter.
Die Katzen von Montmartre sind keine Attraktion im klassischen Sinne. Sie sind Teil des Ortes. Und vielleicht liegt genau darin ihr Zauber: Sie machen den Tod nicht leichter, aber sie machen ihn menschlicher – oder zumindest wärmer.
Wer genau hinsieht, entdeckt sie fast immer. Und wer ihnen begegnet, verlässt den Friedhof oft mit dem Gefühl, dass Erinnerung und Leben sich hier still die Pfote reichen.

Anne Seltmann 17.12.2025, 05.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL


Anne Seltmann 10.12.2025, 00.00 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Katzen haben immer irgendetwas im Visier, weil sie heimlich glauben, sie seien die CIA ihrer eigenen Wohnung. Jede noch so unscheinbare Bewegung – ein Staubkorn, ein Blatt, dein linker Socken – könnte eine streng geheime Mission auslösen. Und da eine Katze niemals etwas überstürzen würde, wird erst einmal ausgiebig beobachtet. Minutenlang. Stundenlang. Manchmal gefühlt tagelang.
Ihr Blick verrät dabei: "Ich weiß nicht, was du bist, aber ich finde es heraus."
Es ist eine Mischung aus Jagdinstinkt, Neugier und diesem typisch katzenhaften Bedürfnis, jederzeit so zu tun, als hätten sie einen Masterplan. Und wenn dann endlich der "perfekte Moment" kommt, springen sie los – oder sie entscheiden, dass sie jetzt doch lieber ein Nickerchen machen. Ganz wie es einer echten Wohnungsagentin gebührt.
Anne Seltmann 03.12.2025, 06.17 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL