Tag: Herz

Manchmal sind es die kleinsten Dinge, die einem besonders ans Herz gehen. Neulich bekamen wir ein Herz geschenkt. Kein glänzendes, kein perfektes, kein gekauftes. Es wurde gebastelt – mit kleinen Händen und mit ein bisschen Hilfe von der Mama.
Unser Enkelmädchen (4) hat es uns gebastelt
Und während ich dieses Herz in der Hand hielt, dachte ich plötzlich: So ein Herz ist eigentlich viel schöner als all die Herzen, die man sonst so sieht. Die perfekten, die glatten, die sorgfältig gestalteten.
Dieses hier ist anders. Vielleicht ist die Linie ein bisschen schief.Vielleicht sitzten die Sticker nicht ganz dort, wo sie eigentlich hin sollten. Aber genau das macht es so besonders. Denn in diesem Herz steckt etwas, das man nicht basteln kann: Zuneigung. Ein bisschen Stolz. Und vermutlich auch ein kleines „Das ist für dich.
Ich habe im Laufe der Zeit schon viele Herzen gesehen und auch gezeigt. Aber dieses hier gehört zu den schönsten. Vielleicht gerade deshalb, weil es von einem Kind kommt.
16.03.2026, 01.00 | (6/2) Kommentare (RSS) | TB | PL
Wenn du eine Eigenschaft von dir ablegen könntest – welche wäre das?
Vielleicht würde ich gern die Eigenschaft ablegen, mir über manches zu viele Gedanken zu machen. Mein Kopf bleibt manchmal viel zu lange an kleinen Dingen hängen – an einem Wort, einem Blick, einer Idee – und denkt noch lange darüber nach. Aber vielleicht entstehen genau daraus auch meine Texte.
Oder:
Neue, unbekannte Situationen machen mich manchmal unsicher. Besonders dann, wenn ich nicht genau weiß, was mich erwartet oder wie etwas ablaufen wird. In solchen Momenten fängt mein Kopf an, verschiedene Möglichkeiten durchzuspielen – oft mehr, als nötig wäre.
Oder:
Ähnlich geht es mir bei Telefonaten mit fremden Menschen. Obwohl es eigentlich nur ein Gespräch ist, fühlt es sich vorher manchmal an, als müsste ich erst innerlich Anlauf nehmen. Ich überlege, was ich sagen möchte, wie ich anfangen soll und ob ich alles richtig formuliere.
Interessanterweise wird es meist ganz leicht, sobald das Gespräch einmal begonnen hat. Aber der Schritt davor – der kostet mich manchmal arge Überwindung.
Anne Seltmann 15.03.2026, 15.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Willkommen zum 654. Montagsherz!
Am 21. Februar 2011 ist das Montagsherz online gegangen. Bis zum 17. März 2022 wurden Woche für Woche Herzen in allen Formen gesammelt – so viele kreative, liebevolle und besondere Entdeckungen.
Dann hat Anette mir dieses schöne Projekt anvertraut und mir auch den Button links unten übergeben. Ich habe mich sehr darüber gefreut – und bin ihr bis heute dankbar, dass ich diese Tradition weiterführen darf.
Heute zeige ich euch ein Herz, das ich bei uns am Strand entdeckt habe. Es lag einfach da, vom Wind und vielleicht auch von liebevollen Händen geformt. Der Mensch, der es gestaltet hat, wird wohl nie erfahren, wie sehr ich mich über diesen kleinen Fund gefreut habe. Für mich war es so ein typischer Herz-Moment – überraschend, still und einfach schön.
Und jetzt bin ich gespannt auf eure Beiträge. Ich freue mich von Herzen auf alles, was ihr entdeckt, festgehalten und mitgebracht habt.
Nächster Termin:
16. März 2026

Anne Seltmann 02.03.2026, 01.00 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Stell dir vor, dein Leben wäre ein Buch. Welchen Titel hätte es?
„Gedanken wie Morgendunst
Fein, klar – und voller Tiefe.
[Frisch aus meiner Feder]
Vorwort
Es gibt Stunden, die kaum jemand bemerkt. Augenblicke zwischen Nacht und Morgen,zwischen Atemzug und Gedanke,
in denen die Welt still wird – und wir mit ihr. Dieses Buch ist aus solchen Stunden geboren. Aus den leisen Momenten, in denen Gedanken wie Morgendunst über Felder ziehen:
sie verhüllen nicht, sie enthüllen. Sie laden ein, genauer hinzuschauen, tiefer zu spüren, langsamer zu sein. Ich schreibe nicht, um Antworten zu geben.Ich schreibe, um das Leise sichtbar zu machen. Das Unbemerkte wertzuschätzen. Die Wege zu begleiten, auf denen wir manchmal allein, manchmal mit uns selbst
gehen. Möge dieses Buch ein kleiner Begleiter sein –für Morgenstunden, für Zwischentage,
für Momente, in denen das Herz ruhen möchte und die Seele weit werden darf.
Kapitel Eins – Sonnenaufgang
Kapitel Eins – Sonnenaufgang
Noch bevor der Tag seinen Namen kennt, liegt ein feiner Schleier über der Welt.
Die Dinge stehen geduldig da – Bäume, Häuser, Wege – als warteten sie darauf,
wieder erkannt zu werden. Ich mag diese Stunde, in der nichts laut ist, in der
selbst Erinnerungen leiser sprechen. Der Morgen tastet sich heran, nicht
fordernd, eher fragend. Und ich sitze da mit meinen Gedanken, die kommen wie
Dunst über Felder – nicht, um alles zu verdecken, sondern um Tiefe zu schenken.
Die Sonne hebt langsam die Konturen meines Lebens hervor. Nicht alles auf
einmal. Nur so viel, wie ich heute tragen kann. Und vielleicht beginnt genau
hier mein Tag. Mein Weg. Mein leises, klares Sein.
Kapitel Zwei – Zwischenräume
Der Tag ist inzwischen wach, doch ich bleibe einen Moment im Dazwischen.
Zwischen gestern und morgen. Zwischen dem, was ich war, und dem, was ich werde.
Es sind nicht die großen Entscheidungen, die mein Leben formen. Es sind die
leisen Gewohnheiten: wie ich zuhöre, wie ich zweifle, wie ich hoffe, auch wenn
niemand es sieht. Manche Wege in mir haben keine Schilder. Ich gehe sie
trotzdem. Manche Fragen bleiben unbeantwortet – und werden gerade dadurch zu
Begleitern. Ich lerne, dass Klarheit nicht laut sein muss, dass Tiefe nicht
dunkel ist, dass Stärke manchmal nur bedeutet, weich zu bleiben. Und während
der Tag weiterzieht, trage ich meinen Morgendunst in mir – nicht als Schleier,
sondern als feine Schicht aus Achtsamkeit.
Kapitel Drei – Licht
Am Abend ist das Licht anders. Es fällt schräger, ehrlicher vielleicht. Es
zeigt nicht nur Konturen, sondern auch Spuren. Und ich sehe: Alles, was ich
durchquert habe – Freude, Zweifel, Abschied, Aufbruch – hat mich nicht
verhärtet. Es hat mich durchlässig gemacht. Wie Morgennebel, der sich hebt,
nicht weil er verschwindet, sondern weil er Teil des Lichts wird. Ich verstehe
langsam: Mein Leben muss kein Sturm sein, um Bedeutung zu haben. Es reicht,
wenn ich wach bleibe für die feinen Veränderungen. Wenn ich mich traue, still
zu sein in einer lauten Welt. Und als die Sonne untergeht, weiß ich: Morgen
wird wieder Dunst über den Feldern liegen. Und wieder wird Licht kommen. Und
ich werde da sein. Leise. Klar. Voller Tiefe.
Epilog
Und nun, am Ende dieser Zeilen, stehe ich wieder am Anfang. Denn Leben ist kein
Ziel, sondern ein Heben und Senken von Licht und Dunst. Wir nehmen den Morgen
auf, tragen ihn durch den Tag, lassen ihn über uns ziehen, bis er wieder
verschwimmt. Es reicht, wach zu bleiben, die feinen Veränderungen zu sehen, das
Leise zu hören. Es reicht, sich zu erlauben, still zu sein, ohne dass etwas
fehlen muss. Vielleicht bleibt nur dieser Gedanke: Leise sein heißt nicht
unbedeutend sein. Klar bleiben heißt nicht alles wissen. Tief sein heißt nicht
schwer sein. Und während die Sonne untergeht, ist der Dunst des Morgens nicht
vergessen. Er liegt in uns, als Erinnerung daran, dass jedes Licht, so klein es
sein mag, die Welt verändern kann – wenn wir es zulassen. Leise. Klar. Voller
Tiefe.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 01.03.2026, 09.38 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Was ist die mutigste Entscheidung, die du bisher
getroffen hast,
oder die mutigste Sache, die du je getan hast?
Mit geschlossenen Augen nach Bremen
Mein damaliger Lebensgefährte (22jährig) drückte mir (19 jährig) eines Abends eine Landkarte in die Hand. Dann verband er sich die Augen und sagte, er werde seinen Finger über die Karte kreisen lassen – und wenn ich „Stopp sage, ziehen wir genau dorthin.
Das war kein Witz.
Er meinte es todernst.
Sein Finger landete auf Bremen.
Er nahm die Augenbinde ab, sah mich an – und wir packten tatsächlich unsere
sieben Sachen.
Unser erstes Ziel: ein Campingplatz in Bremen. Von dort wollten wir uns in Ruhe umschauen, ankommen, prüfen, ob diese Stadt unsere neue Heimat werden könnte. Doch nach drei Wochen wussten wir: Bremen war es nicht.
Also wieder alles zusammenpacken.
Neuer Fingerzeig, neues Ziel: Kiel.
Wieder ein Campingplatz als Zwischenstation. Von dort aus suchten wir Wohnung und Arbeit – und erstaunlicherweise ging das alles ziemlich schnell. Schnell ging später allerdings auch der Abschied von ihm. Sein unstetes, ständig suchendes Leben passte nicht zu mir. Ich merkte, dass ich Wurzeln schlagen wollte – nicht immer weiterziehen.
Er lebt heute in Berlin.
Ich bin in Kiel geblieben.
Und ich habe es nie bereut, damals so wagemutig gewesen zu sein. Es war eine verrückte, spontane, vielleicht auch leichtsinnige Entscheidung – aber sie hat mich genau dorthin geführt, wo ich heute hingehöre.
Heute würde ich so etwas vermutlich nicht mehr tun.
Doch genau das ist wohl Reifung:
zu erkennen, dass Mut viele Gesichter hat – und dass man nicht immer die Augen
verbinden muss, um seinen Weg zu finden.
Anne Seltmann 27.02.2026, 11.11 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


16.02.2026, 00.00 | (8/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die bemalten Steine – kleine Zeichen mit großer Wirkung
Die Aktion, bei der bemalte Steine im öffentlichen Raum ausgelegt wurden, entstand aus dem Wunsch heraus, Menschen im Alltag ein unerwartetes, positives Zeichen zu schenken. Ursprünglich ging es weniger um Kunst im klassischen Sinn als um Gemeinschaft, Achtsamkeit und ein stilles Miteinander. Wer einen Stein fand, durfte sich freuen, ihn behalten oder weitertragen und an einem anderen Ort wieder auslegen.
Besonders während schwieriger Zeiten – etwa in Phasen sozialer Distanz – wurden die Steine zu kleinen Botschaftern: Sie zeigten, dass jemand an jemanden denkt, ohne zu wissen, wer es sein wird. Farben, Symbole oder kurze Worte machten aus gewöhnlichen Steinen persönliche Glücksmomente.
So wurde aus einer einfachen Idee eine stille Bewegung: anonym, freundlich, niedrigschwellig. Die bemalten Steine verbanden Menschen, ohne dass sie sich begegnen mussten – und erinnerten daran, dass selbst kleine Gesten Spuren hinterlassen können.
Ursprung: ca. 2015 in den USA
Name: Kindness Rocks Project
Nächster Termin:

16. Februar 2026
Anne Seltmann 02.02.2026, 00.00 | (7/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Was ist dein Allheilmittel, wenn du einen schlechten Tag hast?
Wenn ich einen schlechten Tag habe, ist Musik mein Allheilmittel. Sie begleitet mich durch alles, was schwer, laut oder unausgesprochen ist. Mit ihr kann ich abschalten, loslassen oder auch einfach nur fühlen, was gerade da ist. Manche Lieder trösten, andere geben mir neue Energie, wieder andere helfen mir, meine Gedanken zu sortieren. Musik nimmt nichts weg – aber sie macht vieles leichter.
Oft bevorzuge ich dabei stille, klassische Musik, besonders Klavier- oder Cellostücke. Sie wirken beruhigend und geben mir Raum zum Atmen. Manchmal darf es auch ein Orchester sein – aber immer in ruhigen, sanften Kompositionen. Diese leisen Klänge helfen mir, zur Ruhe zu kommen, mich zu sammeln und den Tag wieder ein kleines Stück ins Gleichgewicht zu bringen.
Anne Seltmann 21.01.2026, 16.20 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


19.01.2026, 00.00 | (9/0) Kommentare (RSS) | TB | PL