Tag: Eier

Anne Seltmann 06.09.2025, 07.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Worte, die entmenschlichen
Es gibt Ausdrücke, die mehr zerstören als benennen – und einer davon ist für mich "Leichnam oder menschliche Überreste". Ein Wort, das in sich kein Einfühlungsvermögen trägt, keinen Rest von Menschlichkeit.
Gestern ging die Nachricht durch alle Medien: Laura Dahlmeier, die Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin im Biathlon, ist bei einem tragischen Bergunglück in Pakistan ums Leben gekommen. In Berichten heißt es nüchtern: ihr Leichnam bleibt am Berg, ganz in ihrem Sinne und Wunsch. Doch dieser nüchterne Begriff verzerrt alles.
Laura war kein "Leichnam". Sie war ein Mensch mit Mut, Leidenschaft, Humor und Bodenständigkeit – eine Inspiratorin weitaus über den Sport hinaus.
Wenn Journalist:innen oder Behörden in ihrer Berichterstattung dieses Wort verwenden, fühle ich, wie sich nicht nur die Erinnerung ihrer Person entfernt – sondern wie sich auch unserer gemeinsames Menschsein entfremdet. Leichnam klingt wie etwas, das wir wegräumen, zurücklassen, verschwinden lassen könnten.
Ich halte eine Sprache für nötig, die Menschen nicht in Kategorien verwandelt, sondern sie ehrt – die sensibel bleibt, auch wenn Worte über Leben und Tod entscheiden. Laura hat gerne Berge bestiegen, sie war Abenteurerin aus Überzeugung, bis zuletzt. Ihre Entscheidung, im Unfallfall keine Bergungsaktion zu riskieren, unterstreicht am Ende ihre Bodenständigkeit und Haltung.
Ich wünsche mir, dass wir im Angesicht von Tod und Trauer nicht vergessen: Hinter jeder Meldung steht ein Name, ein Leben, eine Geschichte. Und dass wir Worte wählen, die das Respektieren – nicht Worte, die die Menschlichkeit auf ein Ding reduzieren. Denn das, was Laura Dahlmeier hinterlässt, ist weit größer als jeder sportliche Rekord. Es ist ein Vermächtnis, das in Erinnerungen weiterlebt – nicht in einem Begriff wie "Leichnam".
Mein tiefes Mitgefühl gilt allen, die um Laura Dahlmeier trauern. Sie war weit mehr als ein Name im Sport – ein Mensch voller Mut, Leidenschaft und Wärme.
Das Wort Leichnam stammt aus dem Althochdeutschen und setzt sich ursprünglich aus zwei Teilen zusammen:
līh oder līk = "Körper, Gestalt, Leiche"
nam = "genommen, übernommen“ oder auch "Name"
Im Mittelhochdeutschen bedeutete lichnam noch ganz neutral "menschlicher Körper" – egal, ob lebendig oder tot. Erst im Laufe der Zeit, etwa ab dem Spätmittelalter, verschob sich die Bedeutung zu "toter Körper eines Menschen".
Anne Seltmann 31.07.2025, 08.53 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Heute habe ich eine kleine Geschichte aus meiner Kinderzeit im Gepäck:
Zu Ostern hatte meine Lieblings-Tante Mariechen immer eine besondere Tradition: Jedes Ei, dass sie versteckte, enthielt eine kleine Überraschung. Manchmal war es ein Geldstück, manchmal ein klitzekleines Spielzeug oder ein handgeschriebener Zettel mit einer Weisheit.
Einmal war die ganze Familie besonders gespannt – denn meine Tante hatte geheimnisvoll verkündet, sie hätte sich "etwas ganz Besonderes" ausgedacht. Die Eiersuche begann, und jeder öffnete neugierig sein gefundenes Ei.
Mein Schwester zog eine 5-D-Mark-Münze heraus, meine Bruder eine kleine Schokoladenfigur, und dann kam mein Paps an die Reihe. Mit einem breiten Grinsen knackte er sein Ei – und hielt plötzlich einen kleinen, aufgerollten Zettel in der Hand. Er entfaltete ihn, las laut vor und stutzte:
"Herzlichen Glückwunsch! Du hast die Ehre, den gesamten Abwasch nach dem Osterbrunch zu übernehmen!"
Während wir in schallendes Gelächter ausbrachen, schaute mein Dad erst verdutzt – und dann schüttelte er grinsend den Kopf. "Mariechen, du bist mir vielleicht eine!"
Seitdem vermied er die Eiersuche mit uns – wir aber freuten uns, welche Überraschung meine Tantchen als Nächstes ausheckte.
24.03.2025, 06.56 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Nun ist die Weihnachtszeit da – eine Zeit der Lichter, der Wärme und der (hoffentlich) kleinen Wunder. Ich wünsche euch von Herzen eine besinnliche und schöne Zeit voller besonderer Momente.
Möge euer Zuhause von Liebe erfüllt sein und eure Tage mit Zuversicht und Gelassenheit strahlen.
Danke, dass ihr auch dieses Jahr meinen Blog begleitet habt. Es bedeutet mir viel, eure Gedanken und Beiträge zu lesen und mit euch in Austausch zu treten.
Ich freue mich darauf, auch im kommenden Jahr mit euch gemeinsam durchs Jahr zu gehen und Alltäglichkeiten zu teilen. Bis dahin wünsche ich euch ein Weihnachtsfest voller Frieden und einen wundervollen Start ins neue Jahr!
Herzliche Grüße24.12.2024, 00.00 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL
Anne Seltmann 05.11.2024, 17.47 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL


Schleier fallen sanft
wie im Nebelmeer
Stille umhüllt dich
Du erinnerst dich
an die unbeschwerten Tage
während ein Lächeln
deine Lippen umspielt.
~*~
© Anne Seltmann

[Bild mit KI generiert]
Anne Seltmann 15.07.2024, 10.16 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Anne Seltmann 17.05.2024, 06.04 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Sanftes Schleierkraut
weißes Meer im Gartenland
Leichtigkeit verweht.
~*~
© Anne Seltmann

10.05.2024, 05.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Gipskräuter (Gypsophila) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
Der Trivialname "Gipskraut"rührt daher, dass manche Arten der Gattung auf Gipsgestein wachsen.

Anne Seltmann 05.04.2024, 06.16 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL