Tag: Danke
Stell dir vor, dein Leben wäre ein Buch. Welchen Titel hätte es?
„Gedanken wie Morgendunst
Fein, klar – und voller Tiefe.
[Frisch aus meiner Feder]
Vorwort
Es gibt Stunden, die kaum jemand bemerkt. Augenblicke zwischen Nacht und Morgen,zwischen Atemzug und Gedanke,
in denen die Welt still wird – und wir mit ihr. Dieses Buch ist aus solchen Stunden geboren. Aus den leisen Momenten, in denen Gedanken wie Morgendunst über Felder ziehen:
sie verhüllen nicht, sie enthüllen. Sie laden ein, genauer hinzuschauen, tiefer zu spüren, langsamer zu sein. Ich schreibe nicht, um Antworten zu geben.Ich schreibe, um das Leise sichtbar zu machen. Das Unbemerkte wertzuschätzen. Die Wege zu begleiten, auf denen wir manchmal allein, manchmal mit uns selbst
gehen. Möge dieses Buch ein kleiner Begleiter sein –für Morgenstunden, für Zwischentage,
für Momente, in denen das Herz ruhen möchte und die Seele weit werden darf.
Kapitel Eins – Sonnenaufgang
Kapitel Eins – Sonnenaufgang
Noch bevor der Tag seinen Namen kennt, liegt ein feiner Schleier über der Welt.
Die Dinge stehen geduldig da – Bäume, Häuser, Wege – als warteten sie darauf,
wieder erkannt zu werden. Ich mag diese Stunde, in der nichts laut ist, in der
selbst Erinnerungen leiser sprechen. Der Morgen tastet sich heran, nicht
fordernd, eher fragend. Und ich sitze da mit meinen Gedanken, die kommen wie
Dunst über Felder – nicht, um alles zu verdecken, sondern um Tiefe zu schenken.
Die Sonne hebt langsam die Konturen meines Lebens hervor. Nicht alles auf
einmal. Nur so viel, wie ich heute tragen kann. Und vielleicht beginnt genau
hier mein Tag. Mein Weg. Mein leises, klares Sein.
Kapitel Zwei – Zwischenräume
Der Tag ist inzwischen wach, doch ich bleibe einen Moment im Dazwischen.
Zwischen gestern und morgen. Zwischen dem, was ich war, und dem, was ich werde.
Es sind nicht die großen Entscheidungen, die mein Leben formen. Es sind die
leisen Gewohnheiten: wie ich zuhöre, wie ich zweifle, wie ich hoffe, auch wenn
niemand es sieht. Manche Wege in mir haben keine Schilder. Ich gehe sie
trotzdem. Manche Fragen bleiben unbeantwortet – und werden gerade dadurch zu
Begleitern. Ich lerne, dass Klarheit nicht laut sein muss, dass Tiefe nicht
dunkel ist, dass Stärke manchmal nur bedeutet, weich zu bleiben. Und während
der Tag weiterzieht, trage ich meinen Morgendunst in mir – nicht als Schleier,
sondern als feine Schicht aus Achtsamkeit.
Kapitel Drei – Licht
Am Abend ist das Licht anders. Es fällt schräger, ehrlicher vielleicht. Es
zeigt nicht nur Konturen, sondern auch Spuren. Und ich sehe: Alles, was ich
durchquert habe – Freude, Zweifel, Abschied, Aufbruch – hat mich nicht
verhärtet. Es hat mich durchlässig gemacht. Wie Morgennebel, der sich hebt,
nicht weil er verschwindet, sondern weil er Teil des Lichts wird. Ich verstehe
langsam: Mein Leben muss kein Sturm sein, um Bedeutung zu haben. Es reicht,
wenn ich wach bleibe für die feinen Veränderungen. Wenn ich mich traue, still
zu sein in einer lauten Welt. Und als die Sonne untergeht, weiß ich: Morgen
wird wieder Dunst über den Feldern liegen. Und wieder wird Licht kommen. Und
ich werde da sein. Leise. Klar. Voller Tiefe.
Epilog
Und nun, am Ende dieser Zeilen, stehe ich wieder am Anfang. Denn Leben ist kein
Ziel, sondern ein Heben und Senken von Licht und Dunst. Wir nehmen den Morgen
auf, tragen ihn durch den Tag, lassen ihn über uns ziehen, bis er wieder
verschwimmt. Es reicht, wach zu bleiben, die feinen Veränderungen zu sehen, das
Leise zu hören. Es reicht, sich zu erlauben, still zu sein, ohne dass etwas
fehlen muss. Vielleicht bleibt nur dieser Gedanke: Leise sein heißt nicht
unbedeutend sein. Klar bleiben heißt nicht alles wissen. Tief sein heißt nicht
schwer sein. Und während die Sonne untergeht, ist der Dunst des Morgens nicht
vergessen. Er liegt in uns, als Erinnerung daran, dass jedes Licht, so klein es
sein mag, die Welt verändern kann – wenn wir es zulassen. Leise. Klar. Voller
Tiefe.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 01.03.2026, 09.38 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ich möchte mich von Herzen bedanken – bei allen, die an meinem Geburtstag an mich gedacht haben. Für die lieben Nachrichten, die herzlichen Worte, die kleinen Aufmerksamkeiten und einfach dafür, dass ihr da seid.
Ein besonderes Dankeschön gilt auch euch, meinen treuen Blogleserinnen und -lesern. So viele von euch haben mir geschrieben, gratuliert oder ein paar liebe Zeilen dagelassen – das hat mich wirklich berührt.
Und natürlich danke ich auch meiner Familie und meinen Freunden, die diesen Tag noch schöner gemacht haben.
Es ist ein gutes Gefühl, von so viel Herzlichkeit umgeben zu sein.
Anne Seltmann 05.11.2025, 18.00 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Der November kommt nicht laut. Er schleicht sich heran wie jemand, der den Schlüssel kennt und nicht stören will. Die Tage gehen langsamer, als hätten sie begriffen, dass Eile in dieser Zeit keinen Sinn hat. Nebel zieht über die Felder, legt sich über Geräusche, macht sie weich.
Ein dünner Rauchfaden steigt aus einem Haus, das nach Brot riecht, nach Heimkehr. Es ist ein stilles Glück, dass keiner Worte braucht. Das Licht hat jetzt eine andere Geduld. Es bleibt länger auf den Dingen, streift über Mauern, über Hände, über Blätter, als wollte es sagen: Ich bin noch da.
Die Wege sind bedeckt mit buntem Papier der Bäume, Briefe des Windes an alle, die noch draußen gehen. Manchmal spielt ein Kind im Dunst, hebt eine Hand voll Kälte auf – und sie glitzert.
So schön kann still sein. So schön, dass Fast-Nichts, das zwischen zwei Atemzügen wohnt.
Ein Monat, der nichts fordert, nur erlaubt: da zu sein, leise, warm von innen.
Gedanke zum Schluss
Vielleicht mag ich den November gerade deshalb. Er stellt keine Fragen, verlangt kein Lächeln, trägt aber eines in sich, wenn man hinsieht. In seinem Grau liegt Ruhe, in seiner Nüchternheit etwas Sanftes. Ich gehe langsamer in diesen Tagen, halte öfter an, schaue in das matte Licht – und merke, dass selbst Schweigen eine Farbe hat.
Anne Seltmann 02.11.2025, 09.58 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Es gab eine Zeit, in der die Menschen zwei kleine Worte kannten, die wie Schlüssel zu den Herzen wirkten: "Bitte" und "Danke". Sie öffneten Türen, machten Lasten leichter, verwandelten Fremde in Freunde. Doch irgendwann vergaßen die Menschen, dass diese Worte mehr waren als Laute. Sie sprachen sie nicht mehr mit Wärme, oder ließen sie ganz fallen.
So wurde die Welt langsam kalt. Hilfe wurde zum Befehl, Geschenke wurden zur Pflicht, Begegnungen zu stummen Abwicklungen. Niemand fühlte sich gesehen, niemand fühlte sich geschätzt. Die Seelen schrumpften, weil Anerkennung fehlte wie Wasser in einer verdorrten Erde.
Ein einziger Dank, ehrlich gemeint, hätte den Bann brechen können. Ein einziges Bitte, mit Herz gesprochen, hätte ein Licht entzündet. Doch niemand wagte den Anfang. Und so verlernten die Menschen zu spüren, was sie einander bedeuteten.
Die Parabel lehrt: Vergisst du, dass "Bitte" und "Danke" Ausdruck von Wertschätzung sind, stirbt das Band zwischen den Menschen. Und mit dem Band stirbt die Wärme, die uns menschlich macht.
Anne Seltmann 21.09.2025, 05.32 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL



Kaum hatte ich dem Osterhasen einen Möhrenvertrag angeboten, um meine Post zu sortieren, da purzelten sie auch schon aus dem Briefkasten – eure zauberhaften Osterkarten!
Was für eine herrliche Überraschung! Zwischen Alltagsgrau und Zeitungen blitzten eure liebevollen Grüße hervor wie bunte Ostereier im hohen Gras. Jede Karte war ein kleines Kunstwerk, ein Stück Frühling, ein Lächeln auf Papier – und hat mir richtig das Herz gewärmt.
Vielen, vielen Dank euch allen (Christa, Heidi, Rita in alphabetical order ) für die liebevolle Post und die schönen Gedanken, die ihr mir damit geschickt habt. Es ist wunderbar zu wissen, dass zwischen all dem digitalen Treiben echte Verbindung entstehen kann – und sei es durch Hasenohren, Tulpen und ein paar handgeschriebene Zeilen.
Mit dankbarem Herzen und frühlingshaften Grüßen
Anne
Anne Seltmann 09.04.2025, 15.50 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL


Leer und rein das Blatt
Im Labyrinth der Gedanken
tanzen Worte im Verborgenen
flüstern leise im stillen Raum
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 04.01.2024, 07.03 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL



Anne Seltmann 09.11.2023, 15.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL


Anne Seltmann 05.11.2023, 10.44 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL


Anne Seltmann 11.12.2022, 15.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL



Anne Seltmann 08.11.2022, 16.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL