Tag: Zeit

Das Wochenblatt – ein nicht mehr aktives Naturprojekt von >> Jutta <<
Der Name „Wochenblatt ließ zunächst an eine Zeitung denken. Doch das Projekt von Jutta hatte mit einer gedruckten Wochenzeitung nichts zu tun. Ihr Wochenblatt bestand nicht aus Papier und Druckerschwärze, sondern aus echten Blättern aus der Natur.
Jutta sammelte jede Woche ein Blatt auf ihren Spaziergängen. Es konnten Blätter von Bäumen, Sträuchern oder anderen Pflanzen sein, die ihr gerade ins Auge fielen. Jedes dieser Blätter erzählte seine eigene kleine Geschichte: von der Jahreszeit, vom Wetter oder von dem Ort, an dem es gefunden wurde.
So entstand Woche für Woche ein ganz besonderes „Wochenblatt. Statt Nachrichten aus Politik oder Weltgeschehen zeigte es Veränderungen in der Natur. Mal war ein Blatt frisch und leuchtend grün, mal begann es sich zu verfärben, und später im Jahr fanden sich vielleicht trockene, raschelnde Herbstblätter.
Das Projekt lud dazu ein, genauer hinzuschauen und die kleinen Veränderungen in der Natur wahrzunehmen. Ein einziges Blatt pro Woche reichte aus, um zu sehen, wie sich die Jahreszeiten langsam wandelten.
Juttas Wochenblatt war damit eine schöne Erinnerung daran, dass die Natur ihre eigenen Geschichten schrieb – man musste nur aufmerksam genug sein, sie zu entdecken.
Anne Seltmann 09.03.2026, 07.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Gestern durften wir im Hamburger Haus der *ZEIT einen Blick hinter die redaktionellen Kulissen werfen. Eingeladen hatte die Gemeinschaft "Freunde der ZEIT", ein Format für Leserinnen und Leser, die näher an der journalistischen Arbeit dran sein und direkt mit der Redaktion in Austausch treten möchten.
Durch den Abend führte Wencke Tzanakakis, die mit einer ruhigen, klaren Art dafür sorgte, dass das Gespräch flüssig, verständlich und zugleich angenehm persönlich blieb. Neben ihr kam auch Amrei Coen zu Wort, deren präzise Gedanken und differenzierte Einblicke einen bleibenden Eindruck hinterließen. Und natürlich war auch Giovanni di Lorenzo dabei, der wie gewohnt reflektiert, offen und mit großem Erfahrungsschatz sprach.
Schon zu Beginn fiel die entspannte, aber konzentrierte Atmosphäre auf. Die Redaktion ging sowohl auf spontane Fragen ein als auch auf jene, die wir vorher online einreichen konnten. Alles wurde mit echter Aufmerksamkeit beantwortet, ohne dass das Gespräch je schwerfällig wirkte. Diese Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang war für mich besonders wertvoll.
Mir war bereits bewusst, dass die ZEIT für sorgfältige Recherche, klare Haltung und journalistische Verlässlichkeit steht. Genau deshalb schätze ich sie. Trotzdem ist es wohltuend, diese Eindrücke im direkten Austausch bestätigt zu bekommen. Solche Veranstaltungen machen sichtbar, wie viel Verantwortungsbewusstsein und Reflexion hinter jedem veröffentlichten Text steckt.
Das Gespräch war lebendig, gleichzeitig aber auch nachdenklich. Ich habe einen deutlicheren Eindruck davon gewonnen, wie Journalistinnen und Journalisten arbeiten, welche Abwägungen sie treffen und welche Belastungen ihr Beruf mit sich bringt. Die dynamische Moderation von Wencke Tzanakakis, kombiniert mit den klugen Beiträgen von Amrei Coen und der Erfahrungsperspektive von Giovanni di Lorenzo erzeugten das Gefühl, unmittelbar an einem echten Redaktionsgespräch teilzunehmen.
Besonders nehme ich den Gedanken mit, wie wichtig Vielfalt und verlässliche Regeln für ein funktionierendes gesellschaftliches Miteinander sind. Insgesamt war der Abend inspirierend, informativ und angenehm vertraut. Ich bin froh, dabei gewesen zu sein!
Anne Seltmann 19.11.2025, 08.05 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ich wollte informiert sein. Also abonnierte ich Newsletter. *Kieler Nachrichten, *Rheinische Post, *ZEIT. Seriosität in der Hosentasche, dachte ich. Was ich bekam: den Feuilleton gewordenen Alarmknopf.
Vor allem die *Rheinische Post scheint im Dauerstress zu leben. Jede zweite Pushnachricht beginnt mit **EILMELDUNG** – ein Begriff, der einst für Anschläge, Naturkatastrophen oder Staatskrisen reserviert war.
**EILMELDUNG!**
*Ozzy Osbourne ist tot!
Sekunden später das Update: die Menschheit trauert.
Ja…und?
Oder:
**EILMELDUNG!**
Der Wrestling-Star *Hulk Hogan ist tot. Mit seinem markanten "Hulkmania"-Look usw. und seinem energieaufgeladenen Auftreten wurde er in den 1980er und 1990er Jahren zur Legende.
Was für eine legendäre Nachricht!!!
Wer solche Meldungen ins Eilmeldungsformat packt, sollte dringend seinen journalistischen Kompass neu kalibrieren. Oder ihn wenigstens entstauben.
Das wahre Drama ist nicht die Schlagzeile – es ist die Abstumpfung. Wenn alles wichtig ist, ist nichts mehr wichtig. Und wenn Hulk Hogan die Republik in Atem hielt, während echte Themen auf Seite 37 verschwinden, dann wird nicht nur der Leser für dumm verkauft – sondern die Idee von Journalismus gleich mit.
Abspann gefällig?
Wenn das die Zukunft der Nachricht ist, dann wünsche ich mir Brieftauben
zurück. Die hatten wenigstens Stil. Und Wichtigeres zu berichten.
[*Namensnennung...unbeuaftragt und unbezahlt]
Anne Seltmann 25.07.2025, 16.29 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Seit Jahren begleiten wir sie – Woche für Woche, mal laut lachend, mal still lächelnd. *Prüfers Töchter sind mehr als nur eine Kolumne im *ZEITmagazin. Sie sind ein kleines Stück Familienalltag, das es irgendwie schafft, gleichzeitig ganz privat und doch universell zu sein.
Tillmann Prüfer erzählt nicht einfach Geschichten. Er beobachtet – mit diesem feinen Blick für Zwischentöne, mit einem liebevollen Spott, der nie weh tut, und mit einer Vaterstimme, die zwischen Ratlosigkeit und Respekt pendelt.
Ob es um Bildschirmzeiten, schräge Teenagerlogik oder den Zauber eines Kinderkommentars geht – jedes Mal finden wir uns wieder. Nicht als Vater vielleicht, sondern als Mutter, Schwester, Freundin, Beobachterin des Lebens.
Und dann sind da diese zarten Illustrationen. Keine Fotos, kein Schnickschnack. Nur diese weich gezeichneten Gesichter, mit Bleistiftlinien und einem Hauch Aquarell – fast wie Gedanken, die sich als Bild verkleidet haben.
Prüfers Töchter sind gewachsen. Und wir mit ihnen. Sie haben uns durch wilde Kinderjahre begleitet, durch Trotzphasen, Pubertätsabgründe, WG-Dramen und Familienrituale. Immer mit einem Augenzwinkern, immer mit Herz.
Und vielleicht ist genau das das Geheimnis: Die Kolumne erzählt nicht nur vom Leben – sie erinnert uns daran, dass dieses Leben, trotz allem Durcheinander, ziemlich schön ist.
[*Namensnennung...unbeauftragt und unbezahlt!]
Anne Seltmann 22.06.2025, 10.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL


So weit, so gut,
flüstert die ferne Stimme in mir.
Der Wind pfeift hinter mir her,
ein unsichtbarer Freund,
der mich mit rauer Hand in die Zukunft schiebt.
Die beißende Luft treibt mich vorwärts,
eisig und unerbittlich,
doch in meinem Herzen glimmt
ein stilles Feuer, das nicht verlischt.
Jeder Schritt –
ein Tanz auf dünnem Eis,
schwebend zwischen Illusion und Schwerkraft,
zwischen Traum und Erwachen.
Egal wie tief ich falle –
jetzt fliege ich.
Mit offenen Armen,
mit blinzelnden Augen
und einer Seele,
die den Himmel längst gefunden hat.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 27.04.2025, 08.08 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL