Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Post

Projekt: Ich seh rot 256/2026






Leider weiß ich nicht mehr wo ich diesen Postkasten entdeckt habe.

Manchmal bleiben meine Gedanken an ganz alltäglichen Dingen hängen. Neulich zum Beispiel am Postkasten – oder heißt es eigentlich Briefkasten? Während ich darüber nachdachte, merkte ich, dass ich beide Wörter ganz selbstverständlich benutze, ohne je wirklich darüber nachgedacht zu haben, woher sie kommen oder ob sie vielleicht sogar unterschiedliche Dinge meinen.

Der Briefkasten ist sprachlich der einfachere und ältere Begriff. Er beschreibt schlicht einen Kasten, in dem Briefe landen. Früher hing so ein Kasten meist direkt am Haus – dort, wo der Postbote seine Sendungen einwarf. Und genauso kennen wir ihn bis heute: als den kleinen Kasten an der Haustür oder am Gartenzaun.

Der Postkasten dagegen entstand mit der Entwicklung des organisierten Postwesens. Als im 19. Jahrhundert immer mehr Briefe verschickt wurden, stellte die Post öffentliche Kästen auf Straßen und Plätzen auf. In diese konnte man seine Briefe einwerfen, damit sie von der Post abgeholt und weitertransportiert wurden. Weil diese Kästen zur Post gehörten, nannte man sie Postkästen.

So hat sich im Alltag ganz still eine kleine Unterscheidung entwickelt:

Der Briefkasten hängt am Haus – der Postkasten steht auf der Straße.

Übrigens reicht die Idee solcher Einwurfkästen viel weiter zurück, als man denkt. Einer der ersten bekannten Briefkästen wurde bereits 1653 in Paris aufgestellt. Seitdem begleiten uns diese unscheinbaren Kästen durch den Alltag – meistens unbemerkt, manchmal aber auch voller kleiner Überraschungen.






Anne Seltmann 10.03.2026, 15.32 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Müdigkeit der guten Wünsche








Vesna saß an ihrem Schreibtisch, der Stift lag sauber ausgerichtet neben den Karten, alle gleich, alle mit glänzenden Rändern und dem gleichen Versprechen von Wärme. Draußen hing der Dezember grau und still, drinnen roch es nach Tee und ein wenig nach Gewohnheit.

Vesna drehte eine der Karten zwischen den Fingern. "Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr." Sie kannte den Satz auswendig. Sie hatte ihn tausendmal geschrieben, mit kleinen Variationen, mal mehr Herzlichkeit, mal mehr Förmlichkeit. Und jedes Mal war es dasselbe gewesen.

Ich mag keine Weihnachtspost mehr schreiben, dachte sie und erschrak fast über die Klarheit dieses Gedankens. Nicht aus Trotz. Nicht aus Kälte. Sondern aus Müdigkeit.

Die Wünsche langweilten sie, weil sie hohl geworden waren. Gesundheit, Frieden, Glück – große Worte, die niemand erklären musste und die doch niemand wirklich meinte.

Sie fühlten sich an wie automatische Gesten, wie Nicken im Vorübergehen. Vesna fragte sich, ob man all das wirklich noch wünschen konnte, ohne etwas dabei zu empfinden.

Sie legte den Stift weg. Früher hatte sie geglaubt, Höflichkeit sei gleichzusetzen mit Verbundenheit. Jetzt spürte sie, dass zwischen beidem eine Lücke lag. Eine leise, unbequeme.

Vielleicht, dachte sie, ist es ehrlicher, nicht zu schreiben. Oder nur einer Person. Oder einen Satz, der wirklich von ihr kam – unbeholfen, nicht rund, aber wahr. Einen Satz, der nicht alles wollte, sondern nur meinte: Ich habe an dich gedacht, heute.

Vesna nahm eine der Karten und schob sie zurück in die Schachtel. Nicht aus Ablehnung, sondern aus Respekt vor den Worten. Wenn sie schrieb, dann wollte sie wieder etwas zu sagen haben. Und bis dahin durfte auch Stille ein Geschenk sein.


© Anne Seltmann


Nun in eigener Sache:

Ich habe in diesem Jahr nur in sehr reduzierter Form Weihnachtskarten verschickt, da ich das Schreiben von Weihnachtspost zunehmend als belastend empfinde. Zukünftig werde ich es ganz einstellen.

Es waren diesmal 16 am Stück!

Eure Karten, die ich alle noch habe,  haben mich stets erfreut und bedeuten mir viel! Nun, es ist meine persönliche Müdigkeit, die das Schreiben zu einer Art automatischen Geste macht, wie ein beiläufiges Nicken, so wie es meine Protagonistin erlebt.

Worauf ich natürlich nicht verzichten werde, ist weiterhin Geburtstagsgrüße zu versenden.

 

 Ich bitte daher um Verständnis!





Anne Seltmann 14.12.2025, 10.41 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sommer ist...








Sommer ist
die Haut, die Sonne trinkt,
ein Atemzug von warmem Wind,
der Geruch von reifem Gras
und Geschichten,
die barfuß durch die Tage laufen.

Sommer ist
ein langer, goldener Faden,
der den Himmel an die Erde näht,
ein Versprechen aus Licht,
das uns den Winter vergessen lässt.

Und Sommer ist auch
das Lächeln im Briefkasten,
wunderschöne, selbst kreierte Post,
die zwischen den Fingern
wie ein kleines Stück Sonne
weiterglüht.

~*~

© Anne Seltmann




Dankeschön liebe >> Biggi! <<

Darüber habe ich mich sehr gefreut!







Anne Seltmann 02.08.2025, 14.12 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Drabble 2025 N° 08





[Bild KI generiert / Text ©  Anne Seltmann]




Wortvorgaben 100 Wörter: Requisite(n) + tragen + inmitten

 

Die letzte Aufführung


Inmitten der zerstörten Stadt stand ein altes verlassenes Theater. Staub wirbelte auf, als Manja vorsichtig durch die Trümmer des Theaters schlich. In ihrer Hand trug sie die letzte Requisite der alten Welt – eine zerfledderte Theatermaske.

"Wenn wir vergessen, wer wir waren, verlieren wir alles", flüsterte sie.

Ein Geräusch ließ sie erstarren. Schatten huschten zwischen den Ruinen. Plünderer.

Manja setzte schnell die Maske auf und versteckte ihre Angst hinter einer lächelnden Fratze.

Die Jagd begann. Doch heute war sie nicht das Opfer – heute spielte sie die Hauptrolle.

Und in dieser Welt gab es nur eine Regel: Der Vorhang fiel nur einmal.

 



Anmerkung:

Diese Geschichte spielt in einer postapokalyptischen Welt, in der das Theater – einst ein Ort der Kunst und Kultur – nur noch eine Ruine ist. Doch Manja hält an einem Relikt der alten Welt fest: einer Maske, die nicht nur eine Requisite, sondern ein Symbol ist.

Die Maske steht für Identität und Täuschung. In einer Umgebung, in der das Überleben von Anpassungsfähigkeit abhängt, wird sie zu Manjas Schutzschild. Indem sie die Maske aufsetzt, verbirgt sie nicht nur ihre Angst, sondern nimmt eine Rolle an – eine, die ihr hilft, nicht das Opfer zu sein.

Der letzte Satz ist besonders bedeutungsvoll: "Der Vorhang fiel nur einmal." In der Welt, in der sie lebt, gibt es keine zweite Chance. Der Tod ist endgültig – und Manja ist entschlossen, dass heute nicht ihr letzter Akt sein wird.

Die Geschichte thematisiert Überlebensinstinkt, Identität und den schmalen Grat zwischen Opfer und Jäger in einer gnadenlosen Welt.

 







Anne Seltmann 25.02.2025, 08.21 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Osterpost I.








Eigentlich hatte ich ja vor, die Osterpost erst Ostern zu öffnen. Aber Ungeduld ist mein 2. Vorname.




Nun habe ich die Post von Heidi und Jutta doch aufgemacht und zwei zauberhafte selbstgestaltete Karten, mit lieben Ostergrüßen an mich, vorgefunden.


Vielen vielen Dank, liebe Heidi und liebe Jutta!








Anne Seltmann 23.03.2024, 07.10 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

365 Tage Challenge – 2023 N° 348




14.12.2023 N° 348







Ich erwähnte ja schon >> HIER << von unserer derzeitigen Postzustellsituation.
Am 13.12. erhielt ich eine e-Mail, dass ein Brief für mich unterwegs sei.
Und am 14.12. noch einmal. Ähm...jaaaa? Ich bin gespannt!!!
Zumindest weiß ich von wem diese Post ist...*freu. 












Anne Seltmann 14.12.2023, 08.47 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

NICHTS...






...kommt hier seit gute 3 1/2  Wochen an. Nicht einen einzigen gelben Menschen habe ich hier im Ort gesehen Der Liebste wartet sehnlichst auf eine Bestellung
und auch ich. Alles von der Post

Höchstwahrscheinlich warten auch einige Briefeschreiber*innen, dass ich Weihnachtspost an mich hier vermelden kann.
AAAAAAber...hier ist immer noch NICHTS angekommen! Gut, es ist Weihnachtszeit und die Zusteller haben viel zu tun und doch warte ich auf ein Buch, dass ich am 17. November bestellt hatte. 
Ich werde mich nicht aufregen...ich werde mich NICHT aufregen...  








Anne Seltmann 13.12.2023, 17.06 | (5/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Montagsherz N° 595



 N° 595





Nach einer Idee von * Heike  (HeimeinDesign)


Anleitung gibt es >> HIER <<



Nun freue ich mich auf eure Herzen!

Nächster Termin: 

11. Dezember 2023










[* Namensnennung und Verlinkung...unbeauftragt und unbezahlt1]







You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter

Anne Seltmann 27.11.2023, 01.00 | (6/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

365 Tage Challenge – 2023 N° 324




20.11.2023 / N° 324






Für die Enkelbuben und dem Enkelmädchen habe ich heute Morgen Weihnachtskarten kreiert. 
Allerdings habe ich mich an dem  *KI-Bildgenerator Adobe Firefly bedient.

























[* Namensnennung...unbeauftragt und unbezahlt! ]


Anne Seltmann 20.11.2023, 14.20 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

365 Tage Challenge – 2023 N° 321



17.11.2023 / N° 321





Weihnachtspost ist fertischschsch!



Von heute an bis Weihnachten sind es noch...


Länge des Zeitraum: 

1 Monat, 1 Woche, 1 Tag

in Tagen:

38 Tage

in Wochen:

5 Wochen, 3 Tage















Anne Seltmann 18.11.2023, 06.26 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL