Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Jahre

Die allerbesten Jahre




[Foto: mit Photoshop bearbeitet]


 


sie waren

vielleicht

gar nicht

die lautesten

 

nicht

die mit den

größten plänen

oder

den weitesten reisen

 

vielleicht

waren es

die morgen

an denen

der kaffee

genug war

 

ein gespräch

das länger

blieb

als der tag

 

eine hand

die

nicht

festhielt

und doch

nicht losließ

 

wir suchen

die besten

jahre

oft

im rückspiegel

 

dabei

sitzen sie

manchmal

barfuß

auf der terrasse

und zählen

schwalben

 

oder

sie stehen

mit nassen haaren

im regen

und lachen

ohne

einen grund

 

vielleicht

erkennen wir

sie

erst später

wenn wir

merken

dass wir

mitten in ihnen

gelebt haben

 




~*~

© Anne Seltmann



 




Anne Seltmann 02.07.2026, 13.39 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Lieber Papa!


[Bild mit Photoshop bearbeitet / Text © Anne Seltmann]



ich rechne
nicht oft
in jahren


und doch
kommt dieser tag
verlässlich zurück


wie die schwalben
wie der mohn
wie der erste frost


vierunddreißigmal
ist er gekommen

ohne dich


und noch immer
bleibt für einen augenblick
alles stehen

als müsse die zeit
selbst
nach dir suchen

im november
wärst du
einhundertvierzehn geworden

eine zahl
größer
als meine vorstellung

größer vielleicht
als die strecke
die zwischen uns liegt

ich sehe dich nicht
ich höre dich nicht


und dennoch
gibt es tage
an denen du
durch einen gedanken gehst
durch eine erinnerung
durch ein altes wort


als hättest du
den raum
nie ganz verlassen


dann sitze ich da
und staune
wie jemand
so lange fort sein kann
und dennoch
nicht verschwindet

~*~

© Anne Seltmann





Anne Seltmann 20.06.2026, 08.00 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Grießbrei, Murmeln und ein bisschen Freiheit

 








Ein Rückblick:

Wir rannten barfuß über den Asphalt, bis die Straßenlaternen angingen und drinnen stand der Milchreis in großen Schüsseln parat.
Tapiokapudding gab es nur selten, meist Grießbrei oder Reisbrei, warm, mit Zucker bestreut.
Dosenobst nur an Sonntagen, sonst frisches Obst vom Markt.

Süßigkeiten waren kleine Schätze: Brausebonbons, Lakritz, Pfefferminz, Schokoladentafeln.
Eine Tüte Zuckerperlen oder ein kleines Stück Schokolade fühlte sich an wie ein Fest.
Bonbons wurden in der Schule getauscht, Murmeln eingesammelt, kleine Siege gefeiert.

Fernsehen gab es kaum, schwarz-weiß, nur ein Kanal oder zwei.
Sendungen, die wir liebten: "Sandmännchen", "Lassie" ab und zu auch "Daktari".

Wir lasen Bücher, Comics, hörten Geschichten vom Plattenspieler.

Draußen spielten wir alles, was Platz hatte: Gummitwist, Springseil, Murmeln, "Klingelmännchen". Wir spielten oft "Himmel und Hölle", wir bauten Hütten aus Kartons, fuhren auf alten Fahrrädern, rollten auf einfachen Rollschuhen über die Straße.
Manchmal verloren wir Murmeln, manchmal einen Schuh, aber die Freiheit war größer als alles, was wir verloren.

Die Eltern standen selten daneben.
Sie wussten, dass wir schon irgendwie klarkommen würden,
während sie in der Küche werkelten, Kartoffeln schälten, Butterbrote schmierten, Kaffee kochten.
Wir aßen Grießbrei, tranken Kakao, lachten über jeden Fleck auf den Hosen,
und für eine kurze Zeit war die Welt groß genug, dass wir alles schaffen konnten.

Wir lebten mit Regeln, die niemand schrieb,
aber jeder kannte sie: Vorsichtig über die Straße, auf den Plattenweg achten,
und ansonsten alles erlaubt.
Die Welt war draußen, die Welt war laut, die Welt war unsere!


© Anne Seltmann








Anne Seltmann 17.12.2025, 09.53 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 35






der wilde wein,
ein leuchten in gelb und rot,
purpur atmet durch die blätter.

es ist kein abschied,
nur ein wort im wechsel
der jahreszeit.

~*~

© Anne Seltmann







Der Wilde Wein (siehe Bild) zeigt im Herbst ein wahres Farbenfest, weil er sein sattes Sommergrün nach und nach verliert. Das Chlorophyll, das den Blättern ihre grüne Farbe gibt, wird abgebaut, sobald die Tage kürzer und kühler werden. Dadurch treten die Farbstoffe hervor, die sonst verborgen bleiben – das warme Gelb der Carotinoide, das kräftige Rot und Violett der Anthocyane. Bei der Jungfernrebe ist dieser Effekt besonders stark ausgeprägt, weshalb sie oft wie ein lodernder Teppich aus Feuerfarben wirkt. Es ist ihr stiller Abschiedsgruß an den Sommer, bevor sie ihre Blätter fallen lässt. 










Anne Seltmann 25.09.2025, 05.25 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

20 Jahre Bloggen – Ein digitales Abenteuer durch Zeit und Tastatur



Mein Blog feiert Geburtstag...tadadadadaaaaa 


10.02.2005-10.02.2025



 

Was bringt einen Menschen dazu, 20 Jahre lang in die Tasten zu hauen, seine Gedanken ins große, weite Internet zu schicken und an unzähligen Projekten teilzunehmen? Nun, die Antwort ist einfach: eine Mischung aus Neugier, einer Prise Wahnsinn und ganz viel Liebe zu Buchstaben, Ideen und der Gemeinschaft.

In diesen zwei Jahrzehnten habe ich meine eigene kleine Ecke im digitalen Universum erschaffen. Anfangs war es vielleicht nur eine flimmernde Glühbirne im Meer der Webseiten, aber mit jedem Beitrag wurde sie heller – manchmal ein Leuchtturm, manchmal nur ein Nachtlicht, wenn die Themen ein wenig schräg waren.

Warum ich das so lange gemacht habe?

 

Weil das Internet nie schläft:
Während andere noch im Bett lagen, habe ich tiefgründige Artikel über Kaffeemaschinen, philosophische Gedanken zur Staubfluse und natürlich Welt bewegende Projektideen geteilt.

 

Weil ich neugierig bin:
Ich wollte wissen, ob jemand da draußen wirklich das Rezept für "Zimtschnecken mit besserwisserischem Unterton" liest.

 

Weil Projekte die Würze des Lebens sind:


Ob verrückte Wettbewerbe, gemeinschaftliche Schreibprojekte oder die "Wir spielen Bingo" von antetanni – es gab nichts, das ich nicht mitmachen wollte. Es war ein bisschen wie Topfschlagen im Dunkeln – manchmal trifft man den Topf, manchmal die Tischkante.

 

Weil Kommentare das Salz in der Suppe sind:


Die Dialoge mit meinen Lesern? Unbezahlbar. Von ernsthaften Debatten bis zu Kommentaren wie „Ich hab mich beim Lesen fast verschluckt“ – jeder Beitrag brachte Menschen zusammen.

 

Weil ich es konnte:


In der Blogosphäre gab es keine Regeln. Heute schreibt man über den Sinn des Lebens, morgen über die Farbe von Socken, und übermorgen kommentiert man das Wetter mit der Eloquenz eines Wetterfroschs.

Und so wurden 20 Jahre zu einer Reise voller Höhen und Lacher, ein Abenteuer zwischen HTML, Herz und Hirn. Vielleicht hört man irgendwann auf, doch eins bleibt sicher: Die Erinnerungen sind gespeichert – in der Cloud und im Herzen.

 

 

Vielleicht war das Bloggen nicht immer einfach, aber eins steht fest: Es war niemals langweilig. Und dafür bin ich dankbar.

 

 


Anne Seltmann 10.02.2025, 09.21 | (6/5) Kommentare (RSS) | TB | PL

Projekt Monatscollage Dezember 2024







Die letzte Collage in diesem Jahr ist gefüllt mit diversen Projekten, an denen ich gerne teilnehme.
Die InitiatorInnen dieser Aktionen sind unter links im Blog unter Perlenhafte Links auf meiner Seite zu finden. 




Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Tage fliehen,
Erinnerungen bleiben still zurück.
Nicht alles war leicht, doch manches war schön,
im Wechsel von Zweifel und Glück.

Nun wartet das Neue, noch unbeschrieben,
mit Hoffnung und Chancen bereit.
Wir nehmen das Alte in unseren Herzen
und gehen hinaus in die Zeit.


~*~


© Anne Seltmann













Anne Seltmann 27.12.2024, 16.12 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Bingo 2024 / Alle Jahre wieder






Alle Jahre wieder,
wenn der Winter den Atem anhält,
fällt Stille wie Schnee auf die Welt.

Kerzenlicht zittert in Fenstern,
Erinnerungen kehren zurück,
an Hände, die einst wärmten,
an Stimmen, die Geschichten flüsterten.

Der Duft von Tannengrün
mischt sich mit der Kälte der Nacht,
und die Zeit hält inne,
nur für einen Moment.

Nicht die Geschenke,
sondern das Teilen,
nicht der Glanz,
sondern die Wärme in Herzen
füllen diese Tage.

So wiederholt sich das Wunder,
alle Jahre wieder,
so lange wir daran glauben.


~*~

© Anne Seltmann







Es gab nur ein einziges Feld, das ich nicht ausfüllen konnte. 
Doch dank der Bingos, die als Joker für jedes Quartal fungieren, 
konnte ich sie bei Bedarf nutzen, falls mir zu einem Thema nichts einfiel.


Ich habe die Felder extra nicht mehr markiert, weil das den Blick darauf verschandelt! 






Anne Seltmann 13.12.2024, 06.54 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Bingo 2024 / Advent






Alle Jahre wieder hängen sie still im Raum,
gefangen im Licht der Kerzen.
Ihre Oberfläche spiegelt Erinnerungen,
die längst vergangen sind.

Manche sind neu, glänzend und kühl,
andere tragen Kratzer, Spuren von Leben.
Ihre Farben flüstern von Festen,
von Händen, die sie einst berührten.

In ihrem Schweigen liegt eine Wärme,
die die Kälte der Jahreszeit überdauert.
Jede Kugel ein stummer Begleiter,
ein Hüter von Weihnachtsgeschichten.


~*~


© Anne Seltmann


















Anne Seltmann 30.11.2024, 05.13 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Montagsstarter 11/2024







Da waren die deutschen und die spanischen Fußballer im Viertelfinale der Europameisterschaft. Da waren 90 Min. Spielzeit und Verlängerung auch reinster Nervenkitzel.

 

Es wäre auch zu schön gewesen, wenn die deutsche Mannschaft gegen Spanien gewonnen hätte. Aber mir war im Vorwege schon klar, dass wir keine Chance haben.

 

Das Spiel der Deutschen im Viertelfinale war eine reinste Katastrophe.

 

 Mit Holland verbinde ich (frühere) wunderschöne Wochenendreisen nach Amsterdam.

 

Mit meinem Lieblingsmenschen möchte ich das nochmal gemeinsam erleben.

 

Und dann möchte ich dort einige Windmühlen erkunden.

 

Ich freue mich diese Woche auf unseren Jahrestag (11.07.1997), der auch zugleich der Geburtstag unseres ältesten Enkelbuben ist, habe diesbezüglich noch etwas zu erledigen und darf nicht vergessen, wo ich es versteckt habe. 



[Fettgedrucktes sind vorgegebene Satzfragmente von  >> antetanni <<
, die ich mit meinen persönlichen Gedanken ausgefüllt habe.]






Anne Seltmann 08.07.2024, 00.00 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Dankbarkeitschallenge




Alexandra fragt heute "Welche Jahreszeit macht dich besonders glücklich?"

 Eigentlich mag ich alle Jahreszeiten, denn jede für sich ist einzigartig, jede Jahreszeit hat ihren Reiz, z. B. der Frühling, wenn alles wieder neu anfängt und zum Leben erweckt. Doch für mich hat der  Herbst mit dem Herbstlicht eine besondere Magie, eine melancholische Note. Es taucht die Welt in warme, goldene Farben. Die bunten Blätter zaubern mir ein Gefühl von Gemütlichkeit und Geborgenheit ins Herz. Die tief stehende Sonne wirft lange Schatten und verleiht allem einen goldenen Schimmer. Das Herbstlicht ist wie ein Streicheln und die warmen Farben und das weiche Licht schaffen eine friedliche Atmosphäre, die mich zur Ruhe kommen lässt. Und dann ist es ein wundervolles Gefühl, durch den Herbstwald zu spazieren und durch das raschelnde Laub zu wandern.



Achtung Bilderflut! 

Sie drücken mein oben beschriebenes Gefühl aus...denke ich doch!




 
 
 




Anne Seltmann 27.02.2024, 13.09 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL