Tag: Jahre


sie waren
vielleicht
gar nicht
die lautesten
nicht
die mit den
größten plänen
oder
den weitesten reisen
vielleicht
waren es
die morgen
an denen
der kaffee
genug war
ein gespräch
das länger
blieb
als der tag
eine hand
die
nicht
festhielt
und doch
nicht losließ
wir suchen
die besten
jahre
oft
im rückspiegel
dabei
sitzen sie
manchmal
barfuß
auf der terrasse
und zählen
schwalben
oder
sie stehen
mit nassen haaren
im regen
und lachen
ohne
einen grund
vielleicht
erkennen wir
sie
erst später
wenn wir
merken
dass wir
mitten in ihnen
gelebt haben

Anne Seltmann 02.07.2026, 13.39 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL



Anne Seltmann 20.06.2026, 08.00 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein Rückblick:
Wir rannten barfuß über den Asphalt, bis die Straßenlaternen
angingen und drinnen stand der Milchreis in großen Schüsseln parat.
Tapiokapudding gab es nur selten, meist Grießbrei oder Reisbrei, warm, mit
Zucker bestreut.
Dosenobst nur an Sonntagen, sonst frisches Obst vom Markt.
Süßigkeiten waren kleine Schätze: Brausebonbons, Lakritz,
Pfefferminz, Schokoladentafeln.
Eine Tüte Zuckerperlen oder ein kleines Stück Schokolade fühlte sich an wie ein
Fest.
Bonbons wurden in der Schule getauscht, Murmeln eingesammelt, kleine Siege
gefeiert.
Fernsehen gab es kaum, schwarz-weiß, nur ein Kanal oder
zwei.
Sendungen, die wir liebten: "Sandmännchen", "Lassie" ab und zu auch "Daktari".
Wir lasen Bücher, Comics, hörten Geschichten vom Plattenspieler.
Draußen spielten wir alles, was Platz hatte: Gummitwist,
Springseil, Murmeln, "Klingelmännchen". Wir spielten oft "Himmel und Hölle",
wir bauten Hütten aus Kartons, fuhren auf alten Fahrrädern, rollten auf
einfachen Rollschuhen über die Straße.
Manchmal verloren wir Murmeln, manchmal einen Schuh, aber die Freiheit war
größer als alles, was wir verloren.
Die Eltern standen selten daneben.
Sie wussten, dass wir schon irgendwie klarkommen würden,
während sie in der Küche werkelten, Kartoffeln schälten, Butterbrote schmierten,
Kaffee kochten.
Wir aßen Grießbrei, tranken Kakao, lachten über jeden Fleck auf den Hosen,
und für eine kurze Zeit war die Welt groß genug, dass wir alles schaffen
konnten.
Wir lebten mit Regeln, die niemand schrieb,
aber jeder kannte sie: Vorsichtig über die Straße, auf den Plattenweg achten,
und ansonsten alles erlaubt.
Die Welt war draußen, die Welt war laut, die Welt war unsere!
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 17.12.2025, 09.53 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


der wilde wein,
ein leuchten in gelb und rot,
purpur atmet durch die blätter.
es ist kein abschied,
nur ein wort im wechsel
der jahreszeit.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 25.09.2025, 05.25 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Was bringt einen Menschen dazu, 20 Jahre lang in die Tasten zu hauen, seine Gedanken ins große, weite Internet zu schicken und an unzähligen Projekten teilzunehmen? Nun, die Antwort ist einfach: eine Mischung aus Neugier, einer Prise Wahnsinn und ganz viel Liebe zu Buchstaben, Ideen und der Gemeinschaft.
In diesen zwei Jahrzehnten habe ich meine eigene kleine Ecke im digitalen Universum erschaffen. Anfangs war es vielleicht nur eine flimmernde Glühbirne im Meer der Webseiten, aber mit jedem Beitrag wurde sie heller – manchmal ein Leuchtturm, manchmal nur ein Nachtlicht, wenn die Themen ein wenig schräg waren.
Warum ich das so lange gemacht habe?
Weil das Internet nie schläft:
Während andere noch im Bett lagen, habe ich tiefgründige Artikel über
Kaffeemaschinen, philosophische Gedanken zur Staubfluse und natürlich Welt
bewegende Projektideen geteilt.
Weil ich neugierig bin:
Ich wollte wissen, ob jemand da draußen wirklich das Rezept für "Zimtschnecken
mit besserwisserischem Unterton" liest.
Weil Projekte die Würze des Lebens sind:
Ob verrückte Wettbewerbe, gemeinschaftliche Schreibprojekte oder die "Wir
spielen Bingo" von antetanni
– es gab nichts, das ich nicht mitmachen wollte. Es war ein bisschen wie
Topfschlagen im Dunkeln – manchmal trifft man den Topf, manchmal die
Tischkante.
Weil Kommentare das Salz in der Suppe sind:
Die Dialoge mit meinen Lesern? Unbezahlbar. Von ernsthaften Debatten bis zu
Kommentaren wie „Ich hab mich beim Lesen fast verschluckt“ – jeder Beitrag
brachte Menschen zusammen.
Weil ich es konnte:
In der Blogosphäre gab es keine Regeln. Heute schreibt man über den Sinn des
Lebens, morgen über die Farbe von Socken, und übermorgen kommentiert man das
Wetter mit der Eloquenz eines Wetterfroschs.
Und so wurden 20 Jahre zu einer Reise voller Höhen und Lacher, ein Abenteuer zwischen HTML, Herz und Hirn. Vielleicht hört man irgendwann auf, doch eins bleibt sicher: Die Erinnerungen sind gespeichert – in der Cloud und im Herzen.
Vielleicht war das Bloggen nicht immer einfach, aber eins steht fest: Es war niemals langweilig. Und dafür bin ich dankbar.
Anne Seltmann 10.02.2025, 09.21 | (6/5) Kommentare (RSS) | TB | PL


Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Tage fliehen,
Erinnerungen bleiben still zurück.
Nicht alles war leicht, doch manches war schön,
im Wechsel von Zweifel und Glück.
Nun wartet das Neue, noch unbeschrieben,
mit Hoffnung und Chancen bereit.
Wir nehmen das Alte in unseren Herzen
und gehen hinaus in die Zeit.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 27.12.2024, 16.12 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Alle Jahre wieder,
wenn der Winter den Atem anhält,
fällt Stille wie Schnee auf die Welt.
Kerzenlicht zittert in Fenstern,
Erinnerungen kehren zurück,
an Hände, die einst wärmten,
an Stimmen, die Geschichten flüsterten.
Der Duft von Tannengrün
mischt sich mit der Kälte der Nacht,
und die Zeit hält inne,
nur für einen Moment.
Nicht die Geschenke,
sondern das Teilen,
nicht der Glanz,
sondern die Wärme in Herzen
füllen diese Tage.
So wiederholt sich das Wunder,
alle Jahre wieder,
so lange wir daran glauben.


Anne Seltmann 13.12.2024, 06.54 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Alle Jahre wieder hängen sie still im Raum,
gefangen im Licht der Kerzen.
Ihre Oberfläche spiegelt Erinnerungen,
die längst vergangen sind.
Manche sind neu, glänzend und kühl,
andere tragen Kratzer, Spuren von Leben.
Ihre Farben flüstern von Festen,
von Händen, die sie einst berührten.
In ihrem Schweigen liegt eine Wärme,
die die Kälte der Jahreszeit überdauert.
Jede Kugel ein stummer Begleiter,
ein Hüter von Weihnachtsgeschichten.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 30.11.2024, 05.13 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Da waren die deutschen und die spanischen Fußballer im Viertelfinale der Europameisterschaft. Da waren 90 Min. Spielzeit und Verlängerung auch reinster Nervenkitzel.
Es wäre auch zu schön gewesen, wenn die deutsche Mannschaft gegen Spanien gewonnen hätte. Aber mir war im Vorwege schon klar, dass wir keine Chance haben.
Das Spiel der Deutschen im Viertelfinale war eine reinste Katastrophe.
Mit Holland verbinde ich (frühere) wunderschöne Wochenendreisen nach Amsterdam.
Mit meinem Lieblingsmenschen möchte ich das nochmal gemeinsam erleben.
Und dann möchte ich dort einige Windmühlen erkunden.
Ich freue mich diese Woche auf unseren Jahrestag (11.07.1997),
der auch zugleich der Geburtstag unseres ältesten Enkelbuben ist, habe diesbezüglich
noch etwas zu erledigen und darf nicht vergessen, wo ich es
versteckt habe. 
Anne Seltmann 08.07.2024, 00.00 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Alexandra fragt heute "Welche Jahreszeit macht dich besonders glücklich?"
Eigentlich mag ich alle Jahreszeiten, denn jede für sich ist einzigartig, jede Jahreszeit hat ihren Reiz, z. B. der Frühling, wenn alles wieder neu anfängt und zum Leben erweckt. Doch für mich hat der Herbst mit dem Herbstlicht eine besondere Magie, eine melancholische Note. Es taucht die Welt in warme, goldene Farben. Die bunten Blätter zaubern mir ein Gefühl von Gemütlichkeit und Geborgenheit ins Herz. Die tief stehende Sonne wirft lange Schatten und verleiht allem einen goldenen Schimmer. Das Herbstlicht ist wie ein Streicheln und die warmen Farben und das weiche Licht schaffen eine friedliche Atmosphäre, die mich zur Ruhe kommen lässt. Und dann ist es ein wundervolles Gefühl, durch den Herbstwald zu spazieren und durch das raschelnde Laub zu wandern.
Achtung Bilderflut!
Sie drücken mein oben beschriebenes Gefühl aus...denke ich doch! 





Anne Seltmann 27.02.2024, 13.09 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL