Tag: Ei
Wenn du eine Eigenschaft von dir ablegen könntest – welche wäre das?
Vielleicht würde ich gern die Eigenschaft ablegen, mir über manches zu viele Gedanken zu machen. Mein Kopf bleibt manchmal viel zu lange an kleinen Dingen hängen – an einem Wort, einem Blick, einer Idee – und denkt noch lange darüber nach. Aber vielleicht entstehen genau daraus auch meine Texte.
Oder:
Neue, unbekannte Situationen machen mich manchmal unsicher. Besonders dann, wenn ich nicht genau weiß, was mich erwartet oder wie etwas ablaufen wird. In solchen Momenten fängt mein Kopf an, verschiedene Möglichkeiten durchzuspielen – oft mehr, als nötig wäre.
Oder:
Ähnlich geht es mir bei Telefonaten mit fremden Menschen. Obwohl es eigentlich nur ein Gespräch ist, fühlt es sich vorher manchmal an, als müsste ich erst innerlich Anlauf nehmen. Ich überlege, was ich sagen möchte, wie ich anfangen soll und ob ich alles richtig formuliere.
Interessanterweise wird es meist ganz leicht, sobald das Gespräch einmal begonnen hat. Aber der Schritt davor – der kostet mich manchmal arge Überwindung.
Anne Seltmann 15.03.2026, 15.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Draußen ist es derzeit wahnsinnig kalt. Eine Kälte, die bis in die Gedanken zieht und die Schritte langsamer werden lässt. Dazu dieses Grau in Grau, das den Tagen ihre Konturen nimmt und selbst vertraute Wege ein wenig fremd wirken lässt. Man öffnet die Tür, atmet einmal tief ein – und überlegt es sich dann doch noch einmal, ob man wirklich hinausgehen mag.
Die Welt draußen scheint gedämpft, fast lautlos. Farben ziehen sich zurück, Geräusche ebenso. Drinnen wird das Licht wärmer, die Tasse Tee wichtiger, der Blick aus dem Fenster länger. Ich habe diese Zeit des Nicht-Hinausgehens genutzt – wir waren vom Netz getrennt, vielleicht wegen eines Kabelschadens – und habe rund 20.000 Bilder gesichtet, sortiert und ausgemistet. Eine stille, fast meditative Arbeit, die gut zu diesen grauen Tagen passte.
Vielleicht ist das genau die Zeit, in der man nicht viel vorhaben muss – außer da zu bleiben, wo es warm ist, und den Tag ein wenig leiser zu leben.
Anne Seltmann 05.02.2026, 15.16 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL


Es schneit in meinen Gedanken
es schneit
nicht laut
eher zögernd
gedanken
werden langsamer
unter der last
von weiß
nichts will jetzt
dringend sein
worte
landen
und bleiben liegen
alles
was eben noch scharf war
verliert die kanten
zeit
setzt sich
zwischen zwei atemzüge
und ich
bin da
ohne erklärung
nur
dort
wo nichts drängt
nur
gehalten
von ruhe
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 29.01.2026, 05.34 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL


In Eis und Schnee
in eis und schnee
ruht alles,
was einmal bewegung war.
kälte hält fest,
was sonst vergeht.
zeit steht still
zwischen weiß
und schweigen.
nichts drängt,
nichts verlangt.
nur das dasein
im frost.
in eis und schnee
wird das leise
sichtbar.
~*~
© Anne Seltmann

Marius...
Anne Seltmann 22.01.2026, 05.38 | (4/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

liebe Sophia,
heute ist dein ganz besonderer Tag!
Vier Jahre voller Lachen, Träume und Abenteuer.
Möge dein Herz so fröhlich leuchten wie ein Regenbogen
und dein Tag so zauberhaft sein wie ein Einhorn,
das direkt aus einem Märchen zu dir kommt!
Alles Liebe und eine riesige Portion Magie zum Geburtstag!

Nachmittags kommen Opa und ich auch noch vorbei,
um mit dir zu feiern und ganz viel Spaß zu haben!
Anne Seltmann 19.01.2026, 05.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Es ist nicht die Stille selbst, die schwer zu ertragen ist. Es ist das, was in ihr lebt. Dieses kaum hörbare Wispern, das aus allem zu kommen scheint – aus der Uhr, die unregelmäßig atmet, aus dem Holz, das sich dehnt und wieder zusammenzieht, als suchte es nach einer Erinnerung an Wärme. Selbst das Licht scheint nach etwas zu greifen, das ihm entglitten ist.
Man sitzt da, hört dem Haus zu und spürt, dass alles um einen herum genauso einsam ist wie man selbst. Der Tisch, der Stuhl, die Schatten, selbst die Luft, die sich kaum bewegt. Nur das ferne Rauschen der Welt dringt noch herein – Stimmen, Schritte, das Leben der anderen, gedämpft, wie aus einer anderen Zeit.
Einsamkeit ist nicht das Fehlen von Menschen. Sie ist das Bewusstsein, dass selbst Nähe manchmal keine Brücke schlagen kann, wenn im Inneren Schweigen herrscht. Und vielleicht ist das der Moment, in dem man lernt, dieser Stille zuzuhören – nicht, weil sie Trost spendet, sondern weil sie endlich ehrlich ist.
Anne Seltmann 10.10.2025, 07.44 | (4/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Anne Seltmann 06.09.2025, 07.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL