Tag: Du

Dunsthülle + (sich) formen + unbezahlbar
Anne Seltmann 23.08.2025, 07.14 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

In einem bunten Garten, wo der Sommer wohnt und der Wind leise Geschichten erzählt, lebte eine kleine Biene namens Billa. Während ihre Schwestern summend Nektar sammelten und fleißig Pollen in die Waben trugen, hatte Billa eine ganz besondere Leidenschaft: Sie liebte es, an Blumen zu riechen.
Nicht irgendein flüchtiges Schnuppern—nein! Billa schwebte von Blüte zu Blüte, versenkte ihr winziges Näschen in jede einzelne und sog den Duft tief ein.
"Mohn riecht nach Morgenrot!", flüsterte sie selig.
"Lavendel riecht wie eine Umarmung."
"Und Flieder… Flieder duftet wie ein Traum, den man fast vergessen hätte."
Die anderen Bienen summten irritiert: "Billa! Der Honig macht sich nicht von allein!"
Doch Billa kicherte nur, tanzte eine kleine Pirouette auf einer Ringelblume und sagte:
"Aber wer riecht die Welt nicht, der lebt nur halb!"
Eines Tages, als ein Sommersturm aufzog, flüchteten alle Tiere unter Blätter, in Borkenritzen oder Bienenstöcke. Nur Billa zögerte. Denn im Wind lag ein Duft, so zart und neu, dass sie ihm folgen musste.
Und so fand sie—geschützt unter einem alten Rosenbusch—eine Blume, die noch nie jemand zuvor gesehen hatte: schimmernd, duftend, leise summend wie ein Lied.
Als der Sturm vorüberzog, führte Billa ihre Schwestern zu dieser Blume. Sie rochen. Sie staunten. Und plötzlich begriffen sie, was Billa gemeint hatte: Manchmal ist der süßeste Honig der, den die Nase zuerst findet.
Von diesem Tag an wurde Billa nicht mehr belächelt.
Sie war: die Duftfinderin des Gartens.
Und jedes Mal, wenn jemand tief einatmet und lächelt—vielleicht hat Billa genau dort vorher geschnuppert.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 05.06.2025, 08.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein Spaziergang durch den Duisburger Zoo – zwischen Wald und Wasser
Vor einigen Jahren waren wir im Duisburger Zoo – ein stiller Tag, ein leiser Rundgang mit vielen Eindrücken, die geblieben sind.
Eines der Bilder, das damals entstand, habe ich schon einmal in einem anderen Zusammenhang gezeigt. Doch nun, beim Wiedersehen, kam mir der Gedanke: Vielleicht verdient dieser Ort ein paar eigene Zeilen.
Denn der Zoo in Duisburg ist mehr als nur eine Sammlung von Gehegen.
Er ist ein verwachsener, beinahe verwunschener Ort – grün durchzogen, von altem Baumbestand beschattet, begleitet vom leisen Plätschern des Wassers. Kein auf Hochglanz polierter Erlebnispark, sondern ein stiller Begleiter, der sich seinem Wald angepasst hat.
Ich erinnere mich an die Koalas – schläfrig und zart, mit einer Ruhe, die fast anrührt. Sie leben hier in einem der wenigen Häuser ihrer Art in ganz Europa. Und an die Giraffen, wie sie in ihrer gelassenen Eleganz über den Zaun hinwegsehen, als trügen sie Gedanken, die viel älter sind als unsere.
Auch das Delfinarium – ein Ort, der zum Nachdenken einlädt. Ich weiß, wie kontrovers solche Anlagen sind. Doch ich spürte damals: Man bemüht sich um Würde, um Nähe ohne Klammer. Und der Zoo versucht, sich weiterzuentwickeln.
Die Wege führen vorbei an Brillenbären, Zebras, Löwen, die sich manchmal wie Skulpturen im Sonnenlicht zeigen, manchmal ganz verschwinden – in Schatten, in Bewegung, in sich selbst. Und zwischendurch: der alte Bauernhof, ein Ort zum Durchatmen, mit dem Duft von Heu und der Wärme tierischer Nähe.
Für mich war es kein Zoo, in dem man „alles gesehen“ haben muss.
Es war ein Ort, an dem man bleiben darf.
Schauen. Lauschen.
Und für einen Moment – einfach sein.
Anne Seltmann 19.05.2025, 09.05 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Anne Seltmann 15.02.2025, 04.58 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Zur Dankbarkeitschallenge geht es heute um Düfte, denn Alexandra fragt "Für welchen Duft bist du dankbar!"
Es gibt aber noch einige andere Düfte, die ich gerne hab:
Anne Seltmann 11.05.2024, 15.56 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Du...
Das ist eine Reise
in Landschaften von wärmenden Gedanken
hinter dem raschelnden Schilf
Du...
Das ist eine Reise
durch lichthelle Tage, Musik und Monde
im gemeinsamen Sommergrün
Du...
Das ist eine Reise
mit sanften Worten, der Wind
flüstert
Wir atmen im Takt
im späten Septemberlicht
~*~
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 15.07.2023, 08.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL



Wir haben schon seit längerem einen Wasserrohrbruch im Badezimmer über uns. Genauer gesagt war der Mitte Februar. In Nullkommanix war die Decke und Wand nass. Die Badezimmertür lässt sich nicht mehr schließen und die Türzargen zeigen Risse. Nun endlich kommen Handwerker, die eine komplette Tür nebst Türzarge einbauen wollen. Aber damit nicht genug. Unsere Vormieter hatte eine weiße Paneldecke im Bad angebaut mit eingefassten Lampen, die nun auch komplett wegmuss. Alles muss abgebaut werden. Die wollten sogar, dass wir unsere Duschwand abbauen, die wir einst an der Badewanne befestigt hatten. Das wollen wir aber nicht. Mit der Bemerkung, dass die Handwerker ja aufpassen könnten, wurden wir nur lapidar mit dem Spruch "Wir sind ja versichert" abgewürgt. Aber nicht mit uns! Wir haben keine Lust auf Bruchstellen in den Fliesen oder gar in unserem Laminatfußboden, der sich im angrenzenden Flur befindet. Die Fliesen kann man nicht mehr nachkaufen und Laminat lässt sich schlecht wieder flicken. Die haben (dammich nochmol) aufzupassen und nicht solche Sprüche zu bringen. Mir grauts auch vor dem ganzen Staub, der sich durch solche Bauarbeiten einfindet. Aber das ist ja das kleinere Übel!
Anne Seltmann 21.03.2022, 07.20 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL