Tag: Alter
Ich möchte alt werden – nicht aus Angst vor dem Tod, sondern aus Liebe zum Leben. Altwerden bedeutet für mich, viele Kapitel geschrieben zu haben, mit all ihren Umwegen, Glücksmomenten und Narben. Es heißt, Menschen kommen und gehen zu sehen, und trotzdem immer wieder neue Verbindungen zu knüpfen. Ich will alt werden, um zu sehen, wie sich die Welt verändert, wie meine Lieben wachsen, wie Erinnerungen sich in Geschichten verwandeln.
Aber ich möchte nicht nur alt sein – ich möchte alt leben. Mit Neugier, mit Humor, mit Würde. Ich will tanzen, auch wenn es langsamer wird. Lachen, auch wenn die Stimme brüchiger klingt. Und lieben, auch wenn das Herz schon viele Abschiede kennt. Altwerden ist kein Makel, sondern ein Geschenk – eines, das man sich nicht verdient, sondern das man mit jedem gelebten Tag empfängt.
Wenn ich alt bin, möchte ich nicht nur zurückblicken, sondern auch nach vorne schauen. Denn solange ich träume, bin ich lebendig!
Anne Seltmann 23.11.2025, 06.06 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Man sagt ja, das Alter bringe Weisheit – aber irgendwie hat niemand erwähnt, dass es auch einen völlig kaputten Schlafrhythmus kostenlos dazupackt. Tagsüber könnte man im Sitzen auf der Couch einschlafen, mitten im Satz, mitten im Kaffee, mitten im Leben. Und wenn es dann endlich Abend wird und das Bett ruft? Tja. Dann ist man plötzlich hellwach, als hätte jemand im Gehirn den "Nachtmodus" einfach deinstalliert.
Die berühmte senile Bettflucht tut ihr Übriges. Kaum liegt man gemütlich, da steht man auch schon wieder auf. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht, weil das Knie knackt, der Rücken meckert, der Blasendruck die Demokratie gefährdet oder der innere Rentner sagt: "Komm, wir gucken mal ins Internet, ob noch andere wach sind."
Und morgens um fünf? Da ist man plötzlich bereit für den Tag, obwohl man die halbe Nacht wach lag. Irgendwo zwischen Vogelgezwitscher und Selbstmitleid beschließt man dann, dass frühes Aufstehen eine Charakterstärke ist – und nicht etwa das Ergebnis eines Körpers, der schon wieder nicht verstanden hat, wie Schlaf funktioniert. Und trotzdem lacht man am Ende drüber. Denn was will man machen? Der Körper hat entschieden, dass Schlaf jetzt ein Premiumprodukt ist. Tagsüber gibt's die Billigversion im Sitzen, nachts ist ausverkauft, und morgens bekommt man eine Gratislieferung, die man nicht bestellt hat.
Kurz gesagt: Altwerden ist wie ein schlechter Witz, den der Körper jeden Tag neu erzählt. Tagsüber müde, nachts hellwach, morgens zu früh wach – aber hey, immerhin hat man jetzt genug Zeit, sich über all das lustig zu machen.

Anne Seltmann 18.11.2025, 06.31 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Das Buch "Altern" ist eine persönliche, nachdenkliche und zugleich humorvolle Auseinandersetzung mit dem Älterwerden. Sie beschreibt nicht nur die körperlichen Veränderungen, sondern auch die emotionale und gesellschaftliche Seite des Alterns – mal mit Wehmut, mal mit Witz, aber immer ehrlich.
Das Buch ist keine resignierte Klage über den Verfall, sondern eine lebendige Reflexion darüber, was es bedeutet, alt zu werden: die Freiheit, nicht mehr alles mitmachen zu müssen, aber auch die Einsamkeit, wenn Weggefährten nach und nach verschwinden. Elke Heidenreich schildert ihre eigenen Erlebnisse, Erinnerungen und Beobachtungen mit ihrer typischen Mischung aus Schärfe und Charme.
Es ist ein Buch, das einen zum Nachdenken bringt – über die eigene Vergänglichkeit, aber auch darüber, wie man das Älterwerden annehmen und mit einer gewissen Leichtigkeit genießen kann.
Fazit: Ein lesenswertes Werk für alle, die sich mit dem Altern versöhnen wollen.Anne Seltmann 22.02.2025, 15.18 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ich glaube an das Alter,
lieber Freund,
Arbeiten und Altwerden,
das ist es, was das Leben
von uns erwartet.
Und dann eines Tages alt
sein und noch lange nicht
alles verstehen, nein, aber
anfangen, aber lieben, aber
ahnen, aber zusammenhängen
mit Fernem und Unsagbarem,
bis in die Sterne hinein.
~*~
Rainer Maria Rilke
Anne Seltmann 03.02.2024, 15.01 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Woran ich merke,
dass ich alt werde?
Mir ist es an meinen Lieblingsschauspielerinnen/n und Musikerinnen/n aufgefallen wie die Zeit vergeht.... Hannelore Elsner, Bruno Ganz (um nur einige zu nennen) immer so mit einem komischen Gefühl "dann bin ich ja auch sooo alt!" Bekomme ich jetzt Alterspanik? Nöööö…die Lebensleiter ist noch ziemlich lang, sofern der Schöpfer es will und ich werde das Beste daraus machen!
Blöd ist bloß, dass
mein Körper denkt, er sei noch 30. Psssst!... nicht verraten, dass das nicht mehr
stimmt, sonst denkt er, er kann sich ausruhen. 
Auch mein Kopf hat das Stadium einer 60-jährigen noch nicht erreicht, ich warte immer noch auf die Reife… auf das Weise, was man den älteren Herrschaften so nachsagt. Aber würde mir das stehen, zu mir passen? Ich denke wohl eher nicht und eigentlich will ich auch so bleiben wie ich bin.
(Und Schwups habe ich
einen Ohrwurm…
dumdideldum.)
Während der Song so in meinem Kopf ist, denke ich bei mir, dass ich das "JETZT"ausleben möchte… langsamer zwar, wie bei einem großartigen Buch, damit das Ende nicht so schnell in Sicht ist.
Ach übrigens… es gibt Gott sei Dank keine Regeln mehr, was man im fortgeschrittenen Alter zu tun, oder zu lassen hat. Solange man sich dabei selbst wohl fühlt, ist es auch authentisch und folglich genau richtig!
Thema übernommen von gesprüchelt...spruchreif...
Anne Seltmann 23.06.2019, 18.19 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein Blitzgedanke, einer, der vor meinem geistigen Auge wie auf dem Laufband vorüber läuft,
Worte formieren sich zu Sätzen und ich lese hinter meiner Stirn, dass ich alt bin…
in Jahren gezählt, aber innerlich immer noch nicht.
Ich warte auf den Tag, wo mit einem Mal die Erkenntnis da ist,
dass das jetzt alt ist, was ich fühle und denke.
Die Knochen sagen mir auch schon längst, dass sie nicht mehr nachkommen,
weil mein Denken doch noch so jung geblieben ist.
Auch das morgendliche Frischegefühl nach dem Aufstehen fehlt
und fühlt sich bleiern an.
Ich stehe morgens müde auf um am Abend wach ins Bett zugehen.
Ich weiß, dass die Tage von nun an abzählbar sind,
dass ich die Zeit nicht anhalten oder zurechtrücken kann.
~*~
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 22.01.2019, 09.35 | (5/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Anne Seltmann 23.09.2016, 17.31 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL



Anne Seltmann 30.09.2009, 13.28 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL